Bauarbeiten
Quedlinburg: Schlossmuseum nur noch zwei Tage offen

Wo in Quedlinburg die Stiftsdamen lebten: Innenansicht vom Thronsaal im Residenzbau
  • Wo in Quedlinburg die Stiftsdamen lebten: Innenansicht vom Thronsaal im Residenzbau
  • Foto: Städtische Museen der Welterbestadt Quedlinburg
  • hochgeladen von Angela Stoye

Nur noch bis zum 2. Februar ist das Quedlinburger Schlossmuseum regulär geöffnet. Danach bleiben seine Türen für etwa drei Jahre wegen eines Umbaus geschlossen. Zur Finissage der Sonderausstellung „Heinrich I. in Quedlinburg (919-2019)“ wird am 2. Februar eingeladen. Von 14 bis 16 Uhr gewähren die Welterbestadt Quedlinburg und die Evangelische Kirchengemeinde Quedlinburg freien Eintritt in das Schlossmuseum und die Stiftskirche und es gibt ein kleines Rahmenprogramm. Schlossmuseum und Stiftskirche sind am 1. und 2. Februar von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist um 15 Uhr.

Einst Zentrum deutscher Geschichte

Vor 1101 Jahren stand Quedlinburg im Zentrum der deutschen Geschichte. Sachsenherzog Heinrich soll hier von seiner Wahl zum deutschen König erfahren haben. 919 wurde er in Fritzlar zum König gekrönt. Doch seine Lieblingspfalz war Quedlinburg. Hier wurde er 936 bestattet und seine Witwe Mathilde gründete zu seinem Andenken ein reichsunmittelbares Damenstift. Die führende politische und ökonomische Stellung des Reichsstiftes Quedlinburg zeigt sich an der großen Anzahl von Aufenthalten deutscher Kaiser und Könige. Diese hielten hier am liebsten ihre Osterhoftage ab und feierten damit das wichtigste christliche Fest in Quedlinburg. Als Otto III. 994 der Äbtissin Mathilde das Markt-, Münz- und Zollrecht verlieh, wurde Quedlinburg in der Urkunde als Metropole bezeichnet. Die Äbtissinnen hatten zu dieser Zeit den Status von Reichsverweserinnen: Während die Kaiser auf Feldzügen die Reichsgrenzen verteidigten, oblag der Äbtissin die Verwaltung des Reiches. Stiftskirche und Schlossgebäude wuchsen und wurden baulich häufig verändert. Obwohl die politische Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte schwand, bestand das Damenstift bis 1802.

Die Arbeiten haben längst begonnen

Nun soll das Ensemble auf dem Stiftsberg modernisiert werden. Mit Hilfe von Fördermitteln der EU, des Landes und des Bundes soll in den kommenden Jahren ein neuer, barrierearmer Museumsrundgang geschaffen werden, der das Schlossmuseum und die Stiftskirche wieder als historische Einheit erlebbar macht. Bereits im Juni 2019 wurde am Residenzbau - dem Nordflügel mit den Repräsentationsräumen - ein erster Bauabschnitt fertiggestellt, bei dem bereits ein Teil des Dachstuhles, der Fassade und die Stuckdecke im größten Saal das Damenstiftes restauriert werden konnte. Seit Ende November 2019 setzt die Welterbestadt Quedlinburg nun im Rahmen der Förderung Nationale Projekte des Städtebaus in einem 2. Bauabschnitt die Sanierung fort. Die Fassade des Schlafhauses sowie der westliche Teil des Dachstuhles des Nordflügels werden saniert. Die Baumaßnahmen im Inneren der Gebäude folgen als dritter Bauabschnitt über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ab März 2020.

„Mit Wehmut, aber auch viel Freude“

„Mit einer Finissage und der symbolischen Schlüsselübergabe des Oberbürgermeisters an den Baubereich der Welterbestadt verabschieden sich die Quedlinburger und meine Mitarbeiter am 2. Februar nach 91 Jahren von ihrem jetzigen Schlossmuseum“, sagt Uta Siebrecht, Leiterin der Städtischen Museen und des Archives der Welterbestadt Quedlinburg, „mit ein wenig Wehmut, aber auch ganz viel Freude und Neugier auf das, was kommt.“
Ein Besuch der Baustelle lohnt dennoch in den nächsten drei Jahren: Der Stiftsberg, die Stiftskirche, die Gastronomie sowie der Barockgarten bleiben während der gesamten Bauzeit geöffnet.
(red)

Autor:

EKM Nord aus Magdeburg

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