Syrien: Seife der Hoffnung aus Rüdersdorf

Pfarrer Christian Kurzke berichtet in Kirchengemeinden über die Situation der Menschen in Syrien und im Nordirak.
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Es begann mit einer Kleidersammlung und einem Hilfstransport 2014. Schon damals fand die Aktion von Christian Kurzke und der Kirchengemeinde Rüdersdorf bei Gera große Beachtung und viel Unterstützung.

Von Wolfgang Hesse

Inzwischen ist aus diesem Pflänzchen ein weitverzweigtes ökumenisches Netzwerk geworden. Unterstützt werden zwei christliche Hilfsorganisationen im Mittleren Osten: CAPNI (Christian Aid Program Northern Iraq) im Nordirak und die Landeskirche National Evangelical Synod of Syria and Lebanon (NESSL) im Libanon. Beide Organisationen leisten außergewöhnliche Arbeit für Binnenflüchtlinge aus dem Irak und aus Syrien. Dabei liegt deren Hauptaugenmerk auf Christen und Jessiden, die von staatlichen Stellen vielfach unbeachtet bleiben.
Vor Weihnachten 2017 überraschte Christian Kurzke mit der Aktion »Seife der Hoffnung«. Die Hilfe war ganz konkret für den Manufakturbetrieb von Avedis Titizian bestimmt. Der 34-Jährige gehört zu den Kriegsflüchtlingen aus Kessab, am Fuße des Musa Dagh, unweit von Aleppo. Er ist armenischer Christ. Nach seiner Rückkehr in die Heimat hatte er alles verloren. »Das Seifenprojekt hat uns enorm geholfen, unsere Nahosthilfe bundesweit bekannt zu machen«, freut sich Pfarrer Christian Kurzke. Insgesamt 10 000 US-Dollar brachte diese Aktion ein. Damit kann der Seifenfabrikant seine Manufaktur erweitern und Arbeitsplätze schaffen.
Vor einigen Wochen erreichte Christian Kurzke ein verzweifelter Hilferuf aus dem Nordirak: 175 000 Menschen, vorwiegend Christen aus den vom IS befreiten christlichen Dörfern, mussten fliehen. Die irakische Armee hatte mit einer Offensive die Truppen der kurdischen Milizen aus den irakischen Territorien vertrieben. Sie suchten vor Kriegshandlungen in den Gegenden um Dohuk und Erbil Schutz. Insgesamt 10 000 Euro konnte Christian Kurzke kurzfristig an CAPNI für 66 Hilfspakete mit Kopfkissen, Decken und Heizstoffen zur Überwinterung überweisen. Im Frühjahr, so wird angenommen, werden die Vertriebenen wieder in ihre Dörfer im Irak zurückkehren und einen Neustart wagen, dann unter der Vorherrschaft der irakischen Regierung.
Pfarrer Christian Kurzke selbst arbeitete zwei Jahre bei einer deutschen Gemeinde in Beirut. Dieser Aufenthalt als Theologiestudent und Vikar lässt ihn das Leben und die Lebenssituation der Menschen vor Ort besser verstehen.
»Wir haben eine hohe Verantwortung den Christen dort gegenüber, denn sie verdienen ebenso eine Chance wie wir hier«, sagt Kurzke. Das Motto über all der Hilfe aus Rüdersdorf lautet: »Lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen« (Galater 6,10). Die Reisen zu den Hilfsorganisationen vor Ort seien äußerst wichtig, so Kurzke. Seine Berichte, Vorträge und das Bildmaterial zeigen die Situation vor Ort und machen auf das Leben der Christen in diesen Gebieten aufmerksam. »Auch wenn unsere Hilfe im Verhältnis der Global Player wie ein Tropfen auf den heißen Stein anmutet, so ist es wichtig, dass die EKM in diesem Prozess wahrgenommen wird«, meint Christian Kurzke. »Wir, die Kirchengemeinde Rüdersdorf und alle Spender, sind hiermit Teil einer großen Solidaritätsgemeinschaft, ein Teil am Leib Christi.«

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Online-Redaktion aus Weimar

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