Stiftung soll Aufarbeitung koordinieren

Jahresgespräch: Kirchen und Thüringer Landesregierung trafen sich in der Staatskanzlei

Von Dirk Löhr

Die Aktivitäten und Veranstaltungen rund um 500 Jahre Reformation haben sich aus Sicht von Thüringens rot-rot-grüner Landesregierung zu »einer Erfolgsgeschichte« entwickelt. Er sei überrascht über die große Zahl der Akteure im Land, die sich rund um das Jubiläum engagierten, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Montag in Erfurt nach dem traditionellen Jahresgespräch führender Vertreter von Kirchen und Landesregierung in der Staatskanzlei.
Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, dankte dem Land für die Unterstützung, insbesondere bei der Durchführung der Kirchentage auf dem Weg. Ungeachtet einiger Enttäuschungen bei weniger gut besuchten Veranstaltungen habe sich gezeigt, dass die Kirche mit interaktiven Angeboten, wie großen Kaffeetafeln, Menschen weit über ihre Grenzen hinweg erreichen könne. Für das Bistum Erfurt unterstrich Bischof Ulrich Neymeyr die Bereitschaft der Christen, an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Das gelte gerade für ihr Engagement in Caritas und Diakonie, wo auch staatliche Aufgaben übernommen würden. So helfe die Kirche dabei, die demografischen Herausforderungen, vor denen das Land stehe, zu meistern.
Beide Bischöfe sehen die Aufarbeitung der Christenbedrängnis in der DDR auf einem guten Weg. Inzwischen habe man sich in der interministeriellen Arbeitsgruppe »Christen, Kirchen und Religionsgemeinschaften im DDR-Unrechtsstaat« auf die zur Erforschung der Geschichte nötigen Schwerpunkte verständigt. Es liefen Gespräche mit der Stiftung Ettersberg, die einen möglichen Forschungsverbund koordinieren könnte, fügte Ramelow hinzu. Als weitere Themen des Jahresgesprächs – an dem auch Sozialministerin Heike Werner und Bildungsminister Helmut Holter (beide Linke) sowie der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, und der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, teilnahmen – wurden die Thüringer Familien- und Bildungspolitik sowie die nötigen Integrationsbemühungen für Flüchtlinge im Land ge-
nannt.
Dass die Flüchtlingsintegration anders als noch vor drei Jahren das Gespräch nicht dominierte, zeigte aus Ramelows Sicht eine gewisse Entspannung der Situation. Andererseits blieben noch offene Fragen wie etwa die Regelungen zum Familiennachzug oder die Behandlung der sogenannten Altfälle, also das Schicksal von Asylbewerbern, die seit Jahren ohne endgültige Entscheidung über ihre Zukunft in Deutschland lebten.  (epd)

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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