Jüngster Tag nicht fern

Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.

Offenbarung 5, Vers 5 b

Von Ute Mertens, Superintendentin im Kirchenkreis Elbe-Fläming

Bücher gehören in die Adventszeit. Kleine, für jeden Tag, die uns näher an die Krippe bringen. Mit Geschichten, die von der Vorfreude und der Ankunft erzählen. Aber ein Buch mit sieben Siegeln?
Starke Bilder beschreibt der Seher Johannes in seiner Vision. Eine himmlische Thronsaalszene. Der Herr auf dem Thron hält eine Buchrolle in der Hand. Mit sieben Siegeln verschlossen. Gottes endgültiger Plan für die Welt. »Wer ist da, der dieses Buch öffnet?« »Wer ist würdig?« Es scheint niemanden zu geben. Ist wirklich niemand da, der Gottes Plan vollenden kann? Das vorzeitige Ende der Weltgeschichte? Dann bleiben die Fragen und Rätsel des Lebens unbeantwortet, ungelöst? Das stürzt den Seher in eine tiefe Traurigkeit. Er weint. Eine Verzweiflung, die uns nicht fremd ist. Wenn Gottes Plan uns verschlossen bleibt, wie sollen wir dann unsere Wege finden? Das lässt uns unsere Einsamkeit und Traurigkeit noch stärker spüren. Der Seher Johannes wird getröstet: »Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.«
Der Löwe aus dem Stamm Juda und die Wurzel Davids sind Zeichen des kommenden Messias. Beides Zeichen, die wir mit Christus in Verbindung bringen. Darauf bereiten wir uns im Advent vor, dass Christus Mensch wird und seine Herrschaft in der Welt antritt. Wir werden Zeugen einer Inthronisation. Ein bisschen erinnert uns das an den Einzug in Jerusalem. Jesus wird gefeiert als neuer König. Die Hoffnungen sind in ihn als starken Herrscher gesetzt. Aber Jesu Macht wird erst im Tod am Kreuz deutlich. Im Zentrum des Thronsaals steht das Lamm wie geschlachtet. Aus dem Löwen wird das Lamm, das den Weg in den Tod und durch den Tod gegangen ist. Seine Stärke ist die Liebe, mit der er die Kraft hat, die sieben Siegel zu öffnen. In ihm wird Gottes Plan und Gottes Geschichte der Welt eröffnet und erfüllt. Jesus Christus, der uns als Kind in der Krippe entgegenkommt, allein ist würdig, dieses Buch zu öffnen. Das letzte Wort über uns und unsere Welt wird seine Liebe sein. Darum können wir fröhlich einstimmen. »Ihr lieben Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen Gottes Sohn … Der Jüngste Tag ist nun nicht fern.«

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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