Frischer Wind in der rauschenden Pappel

Feierliche Eröffnung: Michele, Jessika, Samantha und Anja vom Kinder- und Jugendtreff »Nordlicht« durchtrennen das gelbe Band.
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Gemeinschaft im Grünen: Eisenacher Jugendhilfe organisiert ein Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche im Kleingarten

Von Susanne Reinhardt

In der Kleingartenanlage »Rauschende Pappel« im Eisenacher Ortsteil Stregda hört man seit einigen Tagen nicht nur den Wind durch die Bäume rauschen, sondern auch Musik und Kinderlachen. Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Lebenslagen haben einen Schrebergarten zu ihrer eigenen grünen Oase erkoren.
Michele, Jessika und Samantha umringen Isabel Göring. Sie ist die Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums Nordlicht innerhalb der Diako Kinder- und Jugendhilfe in Eisenach Nord, das die Mädchen mit etwa 60 weiteren Teenies besuchen. Jetzt in den Ferien können sie dort bereits frühstücken und den Tag verbringen.
Allerdings fehlte bisher die Möglichkeit, auch draußen im Grünen etwas zu unternehmen, vielleicht in einem Pool zu planschen oder eigenen Salat zu ernten. Denn dort, wo sich die Einrichtungen des Kindertreffs und des Jugendzentrums im Wohngebiet befinden, ist wenig Spielraum für solche Träume. »Isa«, wie die gelernte Kindergärtnerin aus Waltershausen von den Jugendlichen genannt wird, hatte deshalb schon immer den Wunsch gehegt, irgendwann einmal in der Nähe des Jugendclubs einen Garten nutzen zu können. »Die Kinder und Jugendlichen setzen sich überwiegend aus sozial benachteiligten Familien, Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf sowie mit Migrationshintergrund zusammen«, erklärt sie. Das Zusammentreffen verschiedener Kulturen, Religionen und Weltbilder sowie die Begegnung mit jungen Leuten mit geistigen Einschränkungen sei oft von Missverständnissen geprägt. Alle sollen nun mitmachen und vom neuen Gartenprojekt profitieren.
Unterstützung fanden die Ideengeber beim sich sozial engagierenden Eisenacher Rotary Club. Der Serviceclub übernimmt nämlich die Pacht, und brachte auch gleich noch eine Wasseruhr mit, damit der Verbrauch abgelesen werden kann und alles seine Ordnung hat. Der Garten selbst stand seit einiger Zeit leer. Er hatte einer älteren Dame gehört, berichtete Gartenvorstandsmitglied Thomas Prey, der Vater von Maximilian und Samantha ist, die gern im »Nordlicht« ihre Freizeit verbringen.
Im Herbst soll ein Teil der Wiese, auf der bisher nur ein alter Geräteschuppen und ein Obstbaum stehen, umgegraben werden. Darauf könnten Beete für Kräuter und Tomaten entstehen, für Spaghetti mit Tomatensoße, verstehe sich. Diese koche man dann gemeinsam und freue sich schon heute darauf. Der 17-jährige Martin aus der Wohngruppe freut sich ebenfalls. Er will
Rasen mähen. Das mache ihm Spaß. Und das solle er dann auch dürfen, so die Betreuer. Ihnen gehe es vor allem darum, neben dem gemeinsamen Gärtnern einen wertschätzenden Umgang miteinander zu pflegen und die interkulturelle Kompetenz zu stärken.

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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