Zwischen zwei Kuppeln

Der Landwirt Markus Jacobs möchte sich für die Schlosskirchen-Gemeinde in Ballenstedt als Kirchenältester engagieren.
  • Der Landwirt Markus Jacobs möchte sich für die Schlosskirchen-Gemeinde in Ballenstedt als Kirchenältester engagieren.
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Gemeindekirchenrat: Markus Jacobs kandidiert erstmals in der Ballenstedter Schlossgemeinde


Von Uwe Kraus

Es sind die Kuppeln seiner Biogasanlage, die das Leben von Markus Jacobs bisher eher prägen als die Kirchenkuppel. Seit 2002 lebt er in Ballenstedt und betreibt ein großes Agrar-
unternehmen im Ortsteil Asmusstedt. Doch wenn es um die Schöpfung geht, denkt er nicht sofort an Wertschöpfungsketten auf seinem Gut.
Der evangelische Christ stammt aus dem katholisch geprägten Nordrhein-Westfalen und besuchte sogar eine katholische Klosterschule. »Ich bin also Diaspora gewöhnt, und so ist es hier im atheistisch geprägten Osten ja für Christen auch«, meint er. Als er nach Schule und Studium mit Abschluss in BWL und Landwirtschaft seinen Eltern auf Gut Asmusstedt folgte, war es der Wohnort, der ihn zum Mitglied der Schlosskirchen- und nicht der St. Nicolai-Gemeinde machte.
Der Landwirt, der sich in seinem Betrieb für das Tierwohl engagiert, will ehrenamtlich aktiv sein. »Das in der Kirche zu tun, ist mir eine Herzensangelegenheit.« So kandidiert er nun für den Gemeindekirchenrat. Seine Frau Carolin bringt sich schon länger
ins Kinderkirchenteam ein. Kein Wunder, sitzen doch mit Jan-Philipp, Linus, Malte und Pauline vier Kinder mit am Familientisch. Dass das Kinderkirchen-Projekt gemeindeübergreifend läuft, sieht Markus Jacobs als guten Anfang. Eine Fusion der zwei Ballenstedter evangelischen Gemeinden habe sich noch nicht ergeben, doch die Zukunft könnte in die Richtung laufen. Positives Signal: Man habe den Gottesdienst-Plan aufeinander abgestimmt. »Das ist für alle Beteiligten schöner«, findet Jacobs.
Er wirkt wie ein ausgleichender Pol. »In der Arbeit kooperiere ich doch auch mit der Agrargenossenschaft statt sie als Wettbewerber zu betrachten. Und es läuft gut, ob wir uns Maschinen teilen oder Mitarbeiter tauschen.« So versteht er auch das Engagement in der Kirche, bei dem unterschiedliche Sichtweisen von Menschen verschiedener beruflicher Prägung eingebracht werden, um gemeinsam Lösungen zu finden. »Wir als Familie mit kleineren Kindern haben natürlich einen anderen Blick als ein Rentner. Es wäre schön, wenn der Gemeindekirchenrat die gesamte Gesellschaft im Kleinen abbilden könnte.« Der Mann, der im Oktober 43 Jahre alt wird, weiß, wovon er redet. Hat er doch bereits als Synodaler der Landeskirche Anhalts Erfahrungen gesammelt.
Trotzdem möchte er, wenn er in den Gemeindekirchenrat gewählt wird, erst einmal schauen und hören. »Ich bin kein Politiker, der mit einem 100-Tage-Plan in der Tasche seine Amtszeit beginnt«, sagt Markus Jacobs.

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Online-Redaktion aus Weimar

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