Mehr Platz, mehr Licht und neue Pläne

Für das Gemeindebüro wurde ein neuer Anbau geschaffen: Der Gemeindevorstand freut sich darüber mit Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch (2. v. l.) und Pfarrerin Ina Killyen (3. v. r.).
  • Für das Gemeindebüro wurde ein neuer Anbau geschaffen: Der Gemeindevorstand freut sich darüber mit Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch (2. v. l.) und Pfarrerin Ina Killyen (3. v. r.).
  • Foto: Lutz Sebastian
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Die Auferstehungskirche in Dessau ist für 250 000 Euro umgestaltet worden. Und die Gemeinde hat bereits weitere Umbau-Ideen.

Von Danny Gitter

Einmal links oder rechtsrum oder doch geradeaus? Die zweite oder dritte Tür links? Und wo noch mal war jetzt das Gemeindebüro? Die vergangenen sechs Monate waren für die beiden Pfarrerinnen, die Mitarbeiter und für die rund 800 Mitglieder der Auferstehungsgemeinde im Dessauer Stadtteil Siedlung keine leichte Zeit. Da konnte man schon einmal die Orientierung verlieren. Schließlich hat man es nicht alle Tage, dass eine Kirche einer Großbaustelle gleicht.
Seit dem vergangenen Oktober wurde am Ende der 1920er-Jahre errichteten Gotteshaus gehämmert, gebohrt, Betonwände herausgerissen, Glaswände eingesetzt und ein Anbau gezimmert. Am Palmsonntag konnte die umgebaute Kirche dann offiziell in Betrieb genommen werden. Ein lautes »Ah« und »Oh« schallte durchs Gotteshaus, als die Gäste des Festgottesdienstes erste Blicke in das neue Innenleben nach dem Umbau werfen konnten.
Wo früher ein langer dunkler Flur zum Altarraum führte, ist es jetzt lichtdurchflutet hell. Eine Glasfront lässt Sonne durch und weist den Weg. Dafür verschwanden der dunkle Flur und die angrenzenden Gemeinderäume. Als Winterkirche soll der Bereich hinter dem Haupteingang zukünftig genutzt werden. Das Gemeindebüro wurde in einen neuen Anbau an der Vorderfront der Kirche verlegt.
»Es hat sich definitiv gelohnt, diesen Weg zu gehen«, stellt Ina Killyen, eine der Gemeindepfarrerinnen, fest. Fünf Jahre ist es her, dass der hohe Grundwasserspiegel wieder einmal das Wasser in die Kellerräume der Gemeinde drückte. Wieder den Dreck beseitigen. Wieder die Räume sanieren. Die Kirchengemeinde war dessen müde. Die Räume im Kellergeschoss wurden zunächst gesperrt. Doch im Erdgeschoss wurde es recht schnell eng. Ein regelrechtes Jonglieren, um alle Gemeindeaktivitäten unter ein Dach zu bekommen.
Ein Umbau musste her. »Wir haben viel diskutiert, geplant, wieder verworfen, neu diskutiert und geplant«, erinnert sich Ina Killyen an eine aufreibende Zeit. Es war der Denkmalschutz, der mehr als einmal einen Strich durch die Rechnung machte. Manche architektonischen Pläne waren danach noch nicht einmal das Papier wert, auf dem sie standen.
Die Wende leitete vor drei Jahren das Magdeburger Architekturbüro »Dr. Ribbert Saalmann Dehmel« ein. Die Architekten haben schon einige Kirchen umgebaut. Auch die Dessauer Auferstehungskirche gehört seit Kurzem zu diesem Portfolio. »Wir haben mit allen Beteiligten hart gerungen«, blickt der ausführende Architekt Friedhelm Ribbert zurück. Der Denkmalschutz gab grünes Licht. Der Bauausschuss der Gemeinde stimmte den Plänen zum Büroanbau und zur neuen Winterkirche zu. Damit konnten auch die nötigen Umbaukosten aufgetrieben werden. Aus Spenden, Eigenmitteln der Gemeinde, Zuschüssen der Landeskirche Anhalts und durch Fördermittel, unter anderem von Lotto Toto und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, wurden die nötigen 250 000 Euro zusammengetragen und innerhalb eines halben Jahres verbaut.
Doch ist das nur eine Etappe. Nach Möglichkeit innerhalb eines Jahres sollen die Außenhülle und das Dachgebälk der Kirche saniert, der Küchentrakt erneuert und hinter dem Altar mit einer Glasfront ein Durchbruch geschaffen werden. Dahinter befindet sich der »Garten Eden« der Gemeinde. »Wir würden vom Eingang über den Altar eine neue Sichtachse zum Kirchgarten freilegen«, erklärt Friedhelm Ribbert. Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Insgesamt noch einmal rund 250 000 Euro würden die geplanten weiteren Maßnahmen kosten. Spendenaktionen und Fördermittelanträge laufen bereits.
Die Verschnaufpause zwischen den Baustellen will die Gemeinde intensiv auskosten. »Platzprobleme dürften jetzt der Vergangenheit angehören. Problemlos können mehrere Veranstaltungen parallel laufen«, freut sich die Dessauer Kreisoberpfarrerin und zweite Pfarrerin der Auferstehungsgemeinde, Annegret Friedrich-Berenbruch, über die neue Freiheit. Der Gemeindekalender für die nächsten Monate ist gut gefüllt.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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