Predigttext
Halte an  und bete

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung!
Kolosser 4, Vers 2
Von 
Evelin Franke, Pfarrerin in Hardisleben

Auf einer Reise durch Irland entdeckten wir am Straßenrand ein Schild mit der Aufschrift: Stop and Pray. Halte an und bete. Die kleine Kapelle, die sich hundert Meter dahinter im Dickicht versteckte, war kaum von der Fahrbahn aus zu sehen. Wir hielten an, um der Aufforderung zu folgen und gingen in das kleine, neu gebaute Gotteshaus. Da waren wir: Fünf Menschen unterschiedlich in Geschlecht, Alter und Religion. Was sollten wir nun tun? Angehalten hatten wir, aber wie sollten wir beten? Stehend, sitzend, kniend? Jeder für sich oder miteinander? Die Jüngste unter uns begann mit den Worten: Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt o Gott von dir, wir danken dir dafür. Hab Dank für den wunderbaren Urlaub mit unseren Freunden, für die Sonne, dafür, dass wir gesund sind …
»Halte an und bete« ist ein gutes Motto für den Sonntag Rogate, der uns einlädt mit Gott zu sprechen. Für den Erhalt einer guten Beziehung ist das Gespräch wichtig. Das gilt für Gott ebenso wie für unsere Nächsten. Und in jedem Gespräch zeigt sich durch meine Haltung dem anderen gegenüber, was er oder sie für mich wert ist. Und so hilft der Schreiber des Kolosserbriefes der Gemeinde zur Betrachtung ihrer Situation: »bleibt voller Dankbarkeit«. Das ist eine gute Basis für euer Miteinander. Auch wenn ihr nicht in jeder Hinsicht der gleichen Meinung seid, so verbindet euch doch der Dank für Gottes Schöpferkraft, für Jesu Erlösungshandeln, der Dank für die Kraft des Geistes, der Gemeinschaft stiftet. »Wer nicht dankt, hat im Ernstfall keinen, den er bitten kann.« (Heinrich Giesen) Aus einer dankbaren Haltung erwächst eine neue Sichtweise auf die Welt und die Menschen um uns herum.
Unser Aufenthalt in der kleinen Kapelle endete mit der Bitte für einen alten Mann, dem wir tags zuvor begegnet waren. Außerdem waren wir uns einig, dass Beten eigentlich ganz einfach ist und doch ziemlich schwer. Beten ist Beziehungsarbeit. Schauen wir uns in unseren Beziehungssystemen um: Sind sie geprägt von Dankbarkeit oder eher von maßlosen Forderungskatalogen, die gar nicht erfüllbar sind, woran die meisten Beziehungen auch zerbrechen? Wie gut oder schlecht sich eine Beziehung gestaltet, zeigt sich in dem, was wir dem anderen entgegenbringen. Dies gilt auch für unsere Beziehung zu Gott.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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