Sinn für  Gemeinschaft

Und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.
Philipper 2, Vers 4


Von Werner Blum, Superintendent i. R., Schmölln

Kennen Sie die Geschichte von den zwei Igeln, die sich im kalten Winter aneinander kuscheln wollten und schmerzhaft merkten, das geht nur ganz vorsichtig, sonst verletzen sie sich?
Nähe und Distanz haben durchaus ihre Berechtigung. Paulus weiß wohl, wie es in den Gemeinden zugeht. Wie leben wir als Einzelne, als Gemeinde und Kirche so, dass jetzt schon etwas vom Reich Gottes aufleuchtet? Für Paulus sind Christen in Angst, Not und Gefahr, auf Abwegen, Irrwegen, Sackgassen und Sorgen nicht mehr allein. Wo wir als Christen leben, geben wir der Liebe Gottes Raum. Die Einigkeit der Gemeinde soll sich nicht nur nach außen hin bewähren, sondern auch im Umgang ihrer Glieder. Zwietracht und Selbstsucht zerstören jede Gemeinschaft. Das erinnert an die weise Mahnung der Bibel: »Wer Streit anfängt, gleicht dem, der dem Wasser den Damm aufreißt« (Sprüche 17, 14).
Die Kirche hat eine zweitausendjährige Streitgeschichte hinter sich und leider nicht nur mit Worten: Gott sei’s geklagt.
Hinter den Wegweisungen des Apostels stehen seine Sorgen um den Bestand der Gemeinde und die Glaubwürdigkeit des Evangeliums. Kennzeichen des christlichen Miteinanders sind Solidarität, Dienstbereitschaft und Nächstenliebe. Kennzeichen der Gefährdung des Miteinanders sind Selbstgerechtigkeit, Verzagtheit, Unwilligkeit sowie ein enges Herz und Hirn. Zu achten, was ich anders oder noch nicht verstehe, zu respektieren, was mir gegen den Strich geht und die Liebe über Unterschiede zu stellen, ist nicht die schlechteste Grundlage für eine Gemeinschaft. Der zur hilfreichen Tat werdende Glaube überzeugte schon immer und dient dem Aufbau der Gemeinde. Wer sich freilich als Inselbegabung sieht, hat es wohl schwer, die Mitmenschen als Bereicherung zu sehen und anzunehmen. Wo der Einzelne sich profiliert, leidet die Gemeinschaft und wird schnell zur Ellbogengesellschaft.
Aber Jede und Jeder braucht Nahrung für die Seele, die sich so ausdrücken kann: Es ist schön, dass es dich gibt. Du bist eine Bereicherung für uns. Deine Begabungen sind wertvoll. Deine Offenheit gegenüber Menschen ist beispielhaft. Dein Einsatz für in Not Geratene ist großartig. Dein Geschick zu vermitteln ist beglückend. Dein Beten stärkt uns auf dem gemeinsamen Weg.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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