Tilly geht stiften

Gestiftet: Aus alten Stiften wird Schulmaterial für syrische Mädchen in einem libanesischen Flüchtlingscamp. Im Bild: Tilly Pape und Kathrin Schwarze, die die Aktion für den Kirchenkreis organisiert, bei der »Ernte«.
  • Gestiftet: Aus alten Stiften wird Schulmaterial für syrische Mädchen in einem libanesischen Flüchtlingscamp. Im Bild: Tilly Pape und Kathrin Schwarze, die die Aktion für den Kirchenkreis organisiert, bei der »Ernte«.
  • Foto: Regina Englert
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Weltgebetstag: Wenn Tilly Pape ihre fünfjährige Enkelin besucht, dann hört man derzeit oftmals recht schnell den Hilferuf der Kleinen: »Papa, die gehen aber noch!« Woraufhin der Vater seine Mutter Tilly leicht zweifelnd ansieht.

Von Regina Englert

Bis vor gut zwei Monaten trug Tilly Pape nur Titel wie Oma, Geschäftsführerin der Nordthüringer Lebenshilfe, Kreiskirchenratsmitglied, Nordhäuser Stadträtin oder vielfach auch Aufsichtsratsvorsitzende. Nun ist sie als »Tilly der Stifteschreck« in aller Munde. Und diesen Ehrentitelhat sie sich redlich verdient.
Von Anfang an war die energiegeladene Frau von der Aktion des deutschen Weltgebetstagskomitees »Stifte machen Mädchen stark« fasziniert. Das Ziel dieses Projekts ist es, mit jeweils 450 leeren gesammelten Stiften ein syrisches Mädchen in einem libanesischen Flüchtlingscamp mit Schulmaterial zu versorgen. Die Stifte werden recycelt und pro Stift wird der Aktion 1 Cent gutgeschrieben.
Recycling ist genau Papes Ding. In der Nordthüringer Lebenshilfe sieht sie täglich, wie Menschen aus dem ganzen Landkreis in die Werkstätten kommen und ihre Elektrogeräte zum Recycling abgeben. Dass nun mit recycelten leeren Stiften so viel Gutes getan werden kann, hat sie schon fast naturgemäß begeistert. Recycling und Bildung, diese Kombination konnte nicht an ihr vorübergehen.
Tilly Pape wurde aktiv. In allen Aufsichtsräten, in denen sie ehrenamtlich tätig ist, warb sie für dieses Projekt. Sie telefonierte, führte immer wieder persönliche Gespräche und ging an keinem Büro vorbei, ohne prüfend auf den Schreibtisch zu blicken. Und so sammelten auf ihre Anregung hin das Südharz Klinikum, die Stadtwerke, die SWG (Städtische Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen). Bettina Wolter und Christa Biesenbach unterstützten sie privat mit Sammlungen und auch Thomas Müller vom Schulamt aktivierte seine Schulen.
Das Ergebnis von großartigen 50 Kilogramm konnte Tilly Pape an Kathrin Schwarze übergeben, die als stellvertretende Delegierte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) beim Weltgebetstags-Komitee die Sammlung im Kirchenkreis Südharz übernommen hat. Zwei riesige Kartons gehen nun auf die Reise. Damit wurden im Kirchenkreis Südharz bisher 140 Kilogramm gesammelt. Das ist eine tolle Leistung und an vielen Stellen geht die Sammlung bis zum nächsten Weltgebetstag Anfang März weiter.
Für Tilly Pape ist jetzt erst einmal Schluss. Ob sie’s wirklich lassen kann, das sehen Sie, wenn sie demnächst an Ihrem Schreibtisch vorbeikommt.

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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