Berichtet
Forschung zu NS-Raubgut wird vertieft

Hintergrund Der Museumsverband Sachsen-Anhalt hat in diesem Jahr sein zweijähriges Projekt zur vertiefenden Provenienzforschung an Museen in der Altmark gestartet. Dabei geht es explizit um die Suche nach NS-Raubgut. Erste Hinweise auf derartiges Raubgut wurden bereits 2016/17 in den Museumsbeständen des Altmärkischen Museums Stendal und des Johann-Friedrich-Danneil-Museums Salzwedel gefunden.
Das aktuelle Projekt geht den Spuren unter dem Motto nach „Verdachtsmomente klären – vertiefende Provenienzforschung im Altmärkischen Museum Stendal und im Danneil-Museum Salzwedel“. Bei einem früheren Check wurden in den Sammlungen beider Museen erste Hinweise darauf gefunden. Das betraf Objekte von Freimauer-Logen, jüdische Ritualgegenstände und Objekte, die in der Zeit des Nationalsozialismus ohne nähere Angaben zu ihrer Herkunft ins Museum kamen.
Diese Objekte werden in den nächsten zwei Jahren einer genauen Prüfung unterzogen: Unter welchen Umständen wurden sie erworben? Wer waren die früheren Eigentümer? Und welche Rolle spielten die Netzwerke der Museen und ihrer Freundeskreise beim Erwerb? Die Museen und der Museumsverband erhoffen sich daraus Erkenntnisse zu den Exponaten, zur Sammlungsgeschichte der Museen sowie zur lokalen und regionalen Geschichte von Unrecht und Enteignung während des Nationalsozialismus.
Untersucht werden zum Beispiel eine während der NS-Zeit erworbene Kupferstich-Serie von historischen Stadtansichten im Danneil-Museum, deren Herkunft nicht bekannt ist, sowie eine Reihe von Freimaurer-Objekten im Altmärkischen Museum, die aus der Stendaler Loge "Zur Goldenen Krone" stammen können.
Die mit den Provenienzforschungen beauftragte Historikerin Corrie Leitz meint dazu: „Es ist eine äußerst spannende und interessante Aufgabe, zu prüfen, ob in den Museumsbeständen tatsächlich NS-Raubgut vorhanden ist. Außerdem freue ich mich, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitragen kann, die lokale und regionale Geschichte der NS-Zeit weiter zu erforschen und ganz konkret vor Ort geschehenes Unrecht sichtbar zu machen.“
Das Projekt wird von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste und dem Land Sachsen-Anhalt gefördert. (red)

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Online-Redaktion

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