Müttergenesungswerk
Mehr Aufmerksamkeit für Sorgearbeit

Foto: pixabay/timkraaijvanger

Berlin (epd). Das Müttergenesungswerk fordert mehr Beachtung für unbezahlte Sorgearbeit. Der Einsatz von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen sei «systemrelevant und ein Fundament unserer Gesellschaft», sagte Geschäftsführerin Rebekka Rupprecht dem Evangelischen Pressedienst (epd). «Aber der Stellenwert entspricht dem oft nicht. Das muss eine größere Brisanz und einen größeren Fokus haben in unserer Gesellschaft.»

Rupprecht nahm insbesondere die Lage von Müttern in den Fokus. Viele heterosexuelle Paare hätten zwar den Anspruch, sich die Sorgearbeit hälftig aufzuteilen. «Trotzdem müssen wir feststellen, dass wir besonders in Krisen zurückfallen in traditionelle Rollenbilder.» Das habe zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt. «Wenn das System nicht mehr funktioniert, Kita und Schule zusammenbrechen, dann sind es eben wieder die Mütter, die das hauptsächlich auffangen», sagte die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks.

Auch unabhängig davon trügen «weiterhin die Mütter die Hauptsorgelast». Das habe auch mit den Begleitumständen zu tun - wenn etwa Frauen weiter schlechter bezahlt würden als Männer, «dann ist aus ökonomischen Gründen oft klar, wer nach der Geburt eines Kindes länger zu Hause bleibt, wer Teilzeit arbeitet», gab Rupprecht zu bedenken. Später hätten die Frauen dann weniger Rente. «Mütter ziehen den Kürzeren.»

Auch in der Arbeitswelt sieht Rupprecht noch Luft nach oben. Zwar fänden sich inzwischen vermehrt Firmen, die Familienfreundlichkeit, Flexibilität und Gesundheit «zum Aushängeschild» machten. Allerdings gebe es «sicherlich auch viele Unternehmen, wo es noch Aufholbedarf gibt». Firmen sollten eine Kultur schaffen, «in der es Anerkennung und Akzeptanz dafür gibt, dass viele Menschen sozusagen noch einen bedeutungsvollen Job haben neben dem Job - nur dass der nicht bezahlt wird», empfahl sie.

Das Müttergenesungswerk feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Gegründet wurde die Stiftung 1950 von Elly Heuss-Knapp, der Frau des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. Heute bietet das Müttergenesungswerk auch Kuren für Väter und pflegende Angehörige an. Die Kuren werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt; das Müttergenesungswerk selbst finanziert sich aus Spenden.

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Online-Redaktion

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