Christvesper im Jenaer Fußballstdion im Jahre 2020

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Der Rasen des Jenaer Fußballstadions hat schon viele emotionale Momente erlebt. Meistens waren es Bälle, die über ihn rollten und in besonderen Momenten das Tor erreichten. Dieses Mal waren es Posaunenbläser, Techniker, kirchliche Angestellte, Krippenspieler, Sänger und hopsende Schafe, die ihn bevölkerten; Herbergen standen auf ihm und ein Stall.
Mich hat ein Bild berührt, das ich auf meinem Fotoapparat zuhause vorfand, das ich aber offensichtlich auch im Herzen mit nachhause genommen hatte:

Der Blick des Josef zeigt seine innere Zerrissenheit. Wie entscheide ich mich? Soll ich mich zu dieser Maria da hinten und dem ungeborenen Jesus bekennen und mich zum Gespött machen oder laufe ich besser einfach weg?
Doch Josef geht nicht den leichten Weg. Er ahnt, welche schlimmen Folgen dies für Maria und das Neugeborene hätte. Allmählich reift in ihm die Erkenntnis: Hier geht es nicht um mich. Hier geht es um viel mehr. Hier geht es um die ganze Welt. Nur an der Seite von Maria und des Kindes werde ich ein Teil des Ganzen, bin ich Teil der Heilsgeschichte Gottes mit dieser Welt (so die Kernbotschaft der Predigt). Wenn der Kaiser Augustus und der Statthalter Cyrenius, die Großen und die Kleinen schon lange nicht mehr leben, gibt es immer noch Christfest, nach 2020 Jahren sogar auf dem Rasen des Jenaer Fußballstadions. Auch du und ich sind Teil dieses Planes. Jesus berührt unsere Herzen, so kann sich das Heil von Herz zu Herz ausbreiten, das stärker ist als alle Mächte und Mächtigen dieser Welt. Das Gesicht des Josef spiegelt unseren Zustand wider. Entscheiden wir uns wie Josef!
Wir blicken dankbar auf den Gottesdienst am Heiligen Abend im Stadion zurück. Besonders schön hat es eine Krippenspielerin und Chemikerin zusammengefasst, was uns allen dieser Gottesdienst bedeutet, aber auch welche Sorgen und Zweifel uns bei der Vorbereitung begleitet haben. „Habt ganz vielen Dank dafür, dass es für uns nun doch noch Weihnachten werden konnte. Ganz besonders zu Weihnachten haben wir gemerkt, was für ein wichtiger Teil unseres Lebens damit verbunden ist. Für mich war es sehr wertvoll zu sehen, dass es anderen auch so geht und dass die Bereitschaft groß war, sich mit einzubringen, damit der Gottesdienst möglich wird und gelingen kann. Denn diese Krise ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern für viele auch eine seelische und wir merken, wie sehr wir Christus bedürfen. Für mich waren die Krippenspielproben die einzige Möglichkeit, mir die Chance auf Advent zu geben, denn der Alltag ist im Moment für alle von uns belastender als sonst. Ich habe dieser Tage einen schönen Spruch gelesen: "Falls Dir Deine Mitmenschen im Moment "komisch" oder verändert vorkommen, könnte es vielleicht daran liegen, dass sie im Moment mehr aushalten müssen, als sie tragen können“.

Autor:

Gerhard Jahreis aus Jena

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