Wort zur Woche
Warum ein verstocktes Herz schlecht hört

Foto: epd-bild/Heike Lyding
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Wochenspruch: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. Hebräer 3, Vers 15

Lachend tausche ich mich mit einer Kollegin aus. „Wenn wir als Mütter etwas sagen, dann ist das für die Kinder oft nur ein bekanntes Geräusch!“

Von Katja Albrecht

Das gilt für vorsichtiges Mahnen, eine dem Wetter angemessene Kleidung zu wählen, über Hinweise zum verantwortungsvollen Gebrauch von Smartphone und sozialen Medien – erwartbare elterliche Ratschläge, die ebenso erwartbar ignoriert werden. Ehrlicherweise erinnere ich mich, dass es mir mit meinen Eltern ähnlich ging. Ich erinnere mich aber auch an all die Momente, in denen mir klar wurde: Sie hatten recht! Was ich nicht ernst nahm, war in vielen Fällen nicht nur klug, sondern Ausdruck ihrer Liebe: Ihr Bemühen um das Bewahren vor schlechten Erfahrungen und Entscheidungen.

Auch so manche biblische Wahrheit höre ich eher als Klang. Sie kommt mit zeitlichem Abstand bei mir an. Vertraut, aber nicht sehr dringlich. Ob das schon ein „verstocktes Herz“ ist? In der Basisbibel wird „seid nicht starrsinnig“ als Übersetzung angeboten. Das führt näher an den ursprünglichen Zusammenhang. Es ist eine Mahnung an die frühen Gemeinden: Sie sollen sich nicht auf die eigene Kraft verlassen – wie es so viele Menschen vor ihnen schon getan haben. Vielmehr sollen sie hinhören und aus der Erwartung von Jesu Worten an uns leben.

Hinhören und von Gottes Wort etwas erwarten: Das ist eine gute Maßnahme gegen Starrsinn. Das ist auch eine gute Haltung, wenn wir über den Weg unserer Kirche und über den Weg in unserem Land nachdenken. Ich ahne den Einwand: Das machen wir doch schon immer so! Dann ist es ja gut. Ich glaube aber, es ist mehr denn je nötig, eine solche Haltung einzuüben. Das lässt sich am besten gemeinsam praktizieren. Auch in unseren Kursen am Pastoralkolleg stellen wir immer wieder fest, wie voller Energie ein dem „Geräusch“ nach bekannter Bibeltext dann ist. Aus dieser Energie heraus können wir getrost gestalten, was zu gestalten ist.

Die Autorin ist Pfarrerin und Rektorin im Pastoralkolleg Drübeck.

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Katja Albrecht | Foto: K. Albrecht
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