Ein starkes Gebot

Ute Mertens, Superintendentin im Kirchenkreis Elbe-Fläming
  • Ute Mertens, Superintendentin im Kirchenkreis Elbe-Fläming
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  • hochgeladen von Adrienne Uebbing

Jesus sprach: Ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.
Lukas 6, Verse 27+28

Von Ute Mertens

Das geht zu weit! Da werde ich angegriffen, verletzt. Da gibt es böse Nachrichten im Netz. Und ich soll das alles unter den Teppich kehren. Das Deckmäntelchen der Nächsten- oder eben der Feindesliebe einfach drüberdecken? Alles schlucken, nur weil ich ein guter Christ bin? Jesus – das geht zu weit. Du konntest das vielleicht. Aber ich bin nur ein Mensch.
Vielleicht geht es Ihnen bei diesem Bibelwort ähnlich. Das Gebot der Feindesliebe bringt uns an unsere Grenzen. Aber hat Jesus das wirklich gemeint? Sollen wir als Christen alle Angriffe über uns ergehen lassen und alle Verletzungen runterschlucken? Ich glaube nicht. Denn das macht uns krank. Dann verwechseln wir »lieb sein« mit »lieben«. Jesu Gebot ist einfach und gleichzeitig stark. Liebt eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen, habt ein gutes Wort für die, die euch verfluchen und betet für die, die euch übel mitspielen. Jesus fordert von uns einen Blickwechsel. »Stellt nicht das in den Vordergrund, womit Menschen uns wehtun. Sondern blickt auf den Menschen, den ihr als Feind identifiziert habt.«
Manchmal gelingt mir das, was Jesus von uns fordert. Ich erlebe immer wieder, wie Menschen mich angreifen und auch verletzen. Das geht an die Substanz, da kommen schon mal finstere Gedanken, wie ich mich dagegen wehren kann. Sicher brauchen wir diese Momente, um damit zurechtzukommen. Aber mir hilft es zu überlegen, was steht eigentlich hinter diesen Angriffen? Was bewegt diesen Menschen, so zu reagieren? Bin ich wirklich gemeint, oder bin ich einfach nur gerade da?
Menschen lieben, auch die, die mir übel mitspielen, heißt für mich, sie mit den Augen Gottes zu sehen. Als Menschen mit Sorgen und Nöten, mit Ärger und Wut. Christus gibt uns die Chance diese Menschen als Feinde und doch als Gegenüber zu sehen. Ich glaube, dieser Blickwechsel hilft uns aus dieser Spirale »Wie du mir, so ich dir« auszubrechen.
Vielleicht gelingt es uns nicht immer gleich gut, unseren Feinden liebevoll zu begegnen und für sie zu beten. Manchmal sind die finsteren Gedanken einfacher. Aber sie bringen uns nicht weiter. Ein starkes Gebot, gibst du uns, Jesus. Doch es lohnt sich, das auszuprobieren, jeden Tag neu.

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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