Jungsynodale Anhalt
"Schade, dass man die Jugend nicht mehr anspricht"

Die Jungsynodalen Linus Tiefenau und Tim Borowski (von links nach rechts) | Foto: Thomas Nawrath
  • Die Jungsynodalen Linus Tiefenau und Tim Borowski (von links nach rechts)
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Eigentlich sei es eine lustige Geschichte, dass er heute hier ist, sagt Tim Borowski und grinst. Der Jungsynodale kann etwas von sich behaupten, was wohl nur die wenigstens gewählten Mitglieder eines Gremiums können: Er hat die eigene Wahl verschlafen, dann den Zug verpasst und konnte nicht vor Ort sein.

Von Linn Mangold 

Heute hat aber alles geklappt und Borowski konnte pünktlich um neun Uhr morgens die Arbeit aufnehmen.

Jetzt, nach dem Mittagessen auf der Frühjahrssynode der Landeskirche Anhalts sitzt er mit seinem Kollegen Linus Tiefenau in der Aprilsonne, die schon erstaunlich wärmt. Borowski sei der Winter aber lieber. Vielleicht mag er deshalb die im Sommer recht kühlen Kirchen so gerne. Die beiden 19-Jährigen haben noch eine kurze Verschnaufpause, bevor das Programm mit Vorträgen und Abstimmungen weitergeht.

Für sieben Jahre gewählt

Borowski macht gerade sein Abitur, ist mitten in den Prüfungen. Tiefenau absolviert einen Bundesfreiwilligendienst in der Gemeindepädagogik. Parallel sind sie seit 2024 für sieben Jahre in der Synode als sogenannte Jungsynodale aktiv, also die Vertretung junger Menschen im Gremium der Landeskirche Anhalts. Sie sind beide voll stimmberechtigt und gleichwertige Mitglieder.

Jugendarbeit ernster nehmen

"Klar, die Synode koste Zeit und oft bleibt für anderes dann nichts mehr übrig", sagt Tiefenau. Aber die Chance, die Strukturen kennenzulernen und eine Interessenvertretung für die Jugend zu sein, wäre wichtiger.

Was würden beide in ihrer Landeskirche verändern, wenn sie es einfach so könnten? Tim Borowski lacht und muss nicht lange nachdenken. Der junge Mann, der mit dem Gedanken spielt, selbst Pfarrer zu werden, würde Gottesdienste weniger konservativ machen, weniger feste Liturgie haben wollen und die Jugendarbeit ernster nehmen. Borowski spricht sich für gesetzliche Regelungen aus, die eine erweiterte Mitarbeit von Jugendlichen im Gottesdienst ermöglichen. „Schade, dass man die Jugend nicht mehr anspricht“, schließt er als Fazit.

Anbindung Jugendlicher an Gemeinde

Getrennte Gottesdienste für Jugendliche und die restlichen Gemeindemitglieder sind für ihn keine Lösung. Linus Tiefenau stimmt ihm zu: Irgendwie sei noch kein wirkliches Bewusstsein dafür da, dass auch Jugendlichen eine direkte Anbindung an die Gemeinde wichtig sei. Predigten wären oftmals „nicht so nah an den Menschen dran“. Viele Fachbegriffe würden es zusätzlich schwieriger machen. „Glaubensvermittlung sollte deutlich niedrigschwelliger sein“, sagt Tiefenau. Borowski nickt. Und dann geht es schon wieder zurück in die zum Glück etwas kühlere Kirche. Es warten noch einige Stunden Synode auf die beiden.

Autor:

Linn Manegold

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