Sanierung: Hohe Luftfeuchte hat Holz zerstört und Statik gefährdet
Dorfkirche Gorden wird gerettet

Eine Schutzhülle in Schwarz-Rot-Gold umgibt derzeit die Dorfkirche von Gorden im Kirchenkreis Bad Liebenwerda. Mehrere Tage lang wurde ein Gas zur Schädlingsekämpfung im Holz eingeleitet. Das Jahr 1749 ist auf der Wetterfahne vermerkt. Seither hat die kleine Kirche kaum wesentliche Sanierungen erfahren. Dementsprechend schlecht war ihr Zustand. Das Dach wurde zuletzt vor 80 Jahren gedeckt .
  • Eine Schutzhülle in Schwarz-Rot-Gold umgibt derzeit die Dorfkirche von Gorden im Kirchenkreis Bad Liebenwerda. Mehrere Tage lang wurde ein Gas zur Schädlingsekämpfung im Holz eingeleitet. Das Jahr 1749 ist auf der Wetterfahne vermerkt. Seither hat die kleine Kirche kaum wesentliche Sanierungen erfahren. Dementsprechend schlecht war ihr Zustand. Das Dach wurde zuletzt vor 80 Jahren gedeckt .
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Von Veit Rösler

Das Jahr 1749 ist auf der Wetterfahne der Dorfkirche vermerkt und seither hat die Kirche kaum wesentliche Sanierungen erhalten. Dementsprechend schlecht war ihr Zustand noch vor einigen Wochen. Nachdem im Innern eine extrem hohe Luftfeuchtig-keit gemessen wurde, sind vor zwei Jahren schon einmal zwei Fenster ausgetauscht worden. Somit lässt sich nun das Kirchenschiff belüften.
Zu spät kommt diese Maßnahme jedoch für viele Balkenköpfe, Sparren und Decken-balken der inneren Konstruktion. Hier hatte sich der Hausschwamm eingenistet, der letztendlich die Statik eines Gebäudes zerstören kann. In einer aufwendigen Aktion hat nun die Zimmermannsfirma Voigtländer aus Oschatz sechs Deckenbalken über die komplette Länge und weitere sechs Deckenbalkenköpfe ausgewechselt. Im Turm haben die auf solche historischen Restaurierungen spezialisierten Fachleute die Stuhlsäulen gewechselt und zwei Streben ersetzt. Für die komplizierte Sanierung wurden insgesamt 1 400 Vollgewindeschrauben eingedreht, einige davon mit bis zu 30 Zentimetern Länge.
Nun muss im Innern noch ein Teil der Raumdecke ersetzt werden. Im Außenbereich schließt Dachdeckermeister Gerd Borchhardt (60) mit seinen Kollegen die Baustelle der Zimmerleute mit gotischen Biberschwanzziegeln. Das Dach wurde zuletzt vor 80 Jahren gedeckt. Weil einige der Ziegel zerbrochen oder von Salpeter betroffen sind, mussten insgesamt 60 Stück nach Auflagen des Denkmalschutzes in einer Spezialfirma original-getreu nachgestaltet werden.
Danach wurde die Kirche umhüllt und mit Gas zur Holzschädlingsbekämpfung befüllt. Insgesamt 90 000 Euro werden in diesem Jahr für die Sanierung aus verschiedenen Fördertöpfen und einem Eigenanteil für die Bauarbeiten aufgebracht, sagt Kerstine Jantoss vom Gemeindekirchenrat. Danach möchte die Gemeinde die Bestuhlung, insbesondere die alten Bänke, erneuern sowie die Orgel und dann den Altar restaurieren. Bei einer Spendenaktion seien bisher 3 000 Euro zusammen gekommen, erzählt Kerstine Jantoss. Dieses Geld sei wichtig, um den Eigenanteil zur Förderung beisteuern zu können.
Die Kirche soll wieder zum Leben erweckt werden. So sollen hier nicht nur Gottesdienste, sondern auch Konzerte und Lesungen veranstaltet werden. Vorbild sei derzeit die Döllinger Barockkirche, die seit einer Krisensitzung der Einwohnerschaft im ver-gangenen Jahr nun wieder mit verschiedenen Veranstaltungsbausteinen mehr in den Fokus der Einwohnergemeinschaft gerückt wird.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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