»Gelbes Lied« steckt am Metallmantel

In der »Kapelle der Einheit« steht die Skulptur.
  • In der »Kapelle der Einheit« steht die Skulptur.
  • Foto: Claudia Götze
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Erinnerung: Ein vieldeutiges Kunstwerk hat in der Martinikirche seinen Platz gefunden

Von Claudia Götze

Die Turmkapelle an der Mühlhäuser Martinikirche ist außergewöhnlich: Dank der Deckenmalerei und einer Metallskulptur von Timm Kregel. Dieses Kunstprojekt war vor zwei Jahren von den Rotary Clubs Münster-St. Mauritz, Eschwege und Mühlhausen initiiert und finanziert worden. Der »Metall-Mantel« hatte zunächst seinen Platz im Kirchenraum – nun ist er in die kleine Kapelle umgezogen. »Wir wollen wieder Friedensgebete machen«, sagt Gemeindepädagoge Frederik Seeger, der die Martinikirche seit zehn Jahren betreut. Es gehe um Frieden nach innen und außen.
Als das Kunstprojekt vor zwei Jahren fertig war und an 25 Jahre Wende erinnerte, war die Turmkapelle noch eine Baustelle. Nun aber ist sie restauriert, und die Skulptur konnte umziehen. Sie erinnert an das »Gelbe Lied«, das nur hier in Mühlhausen so heißt.
Dieses auf gelbes Papier gedruckte Lied »Herr, lass deine Wahrheit uns vor Augen stehen, lass in deiner Klarheit Lug und Trug vergehn« vereinte im Herbst 1989 in der Martinikirche Hunderte Christen und Nichtchristen aus Mühlhausen und Umgebung, um die Wende mit friedlichen Mitteln zu gestalten. Die sechs Strophen wurden jeweils am Ende der wöchentlichen Gebete »Für unser Land« gesungen. Das Lied ist verbunden mit Erinnerungen und Emotionen. Der Text stammt von der Religionspädagogin Liselotte Corbach (1910–2002), die ihn 1953 verfasst hatte. Vier Worte des Liedtextes sind in vergoldeter, gelb glänzender Schrift im Saum des angedeuteten Mantels der Metallskulptur wiedergegeben. Das auch als Martinsmantel interpretierbare Kunstwerk ist aber auf den ersten Blick zuallererst ein Kreuz. Dazwischen leuchten Kerzen.
In der »Kapelle der Einheit« hat sie nun ihren endgültigen Platz gefunden. Durch eine Glastür ist sie auch von außen sichtbar. Sie wird zudem auch als Symbol gesehen für die Freundschaft der Rotary Clubs Mühlhausen, Münster und Eschwege. Die Rotary Clubs Mühlhausen und Eschwege haben sich auch an der Finanzierung einer Aussichtsplattform im Grenzmuseum Schifflersgrund zwischen dem eichsfeldischen Asbach-Sickenberg und dem hessischen Bad Sooden-Allendorf beteiligt und damit die Erinnerung an ein weiteres Stück Zeitgeschichte gefördert.

Autor:

EKM Süd aus Weimar

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