Wort zum Feiertag - 1. Mai
In Gottes Namen fange ich an ...

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Liebe Mitmenschen!

In diesen Tagen wird manches Verständnis von Arbeit auf den Kopf gestellt. Homeoffice gehört jetzt zum Alltag. Für Verkäufer*innen sind die letzten Wochen stressig. Nervöse Kunden, leere Regale und jetzt so etwas wie Alltag mit Abstand und Maske. In der Krise werden Menschen sichtbarer, die sich vorher unsichtbar fühlten. Plötzlich wird ihnen ein Lächeln entgegen gebracht. Es werden Blumen verschenkt und es gibt die lang ersehnte Resonanz. Verkäufer*innen, Altenpfleger*innen, Polizeibeamte, gehören zu den 100 Berufen, deren Arbeit als systemrelevant eingestuft wird. Da ich im Pfarramt nicht als Notfallseelsorgerin tätig bin, ist meine Stelle wohl nicht systemrelevant. Dennoch hat sich für die Kirche jetzt viel verändert. Es gibt Raum für Neues. Online Angebote schießen wie Pilze aus dem Boden. Kirche ist im Wandel und das ist gut so. Daneben sollen die Gottesdienste in den Kirchen langsam und unter entsprechenden Bedingungen wieder möglich sein. Wir sind dabei mit vorsichtigen Schritten gut zu planen. Geht es doch zunächst darum, dass Recht auf Religionsausübung grundsätzlich wieder zu gewährleisten und nicht ungewollt Raum für Ansteckungen zu begünstigen. Ich beginne den Tag jetzt damit, dass ich die Kirche aufschließe, eine Kerze entzünde und ein Gebet spreche. Ich sehe nach, ob für Sie genug Kerzen bereit stehen. Wenn das so ist, schreibe ich Geburtstagskarten, begleite Trauerfamilien, telefoniere mit den Menschen, suche nach Lösungen rund um Konflikte, die sich um Terminverschiebungen auftun und erledige Büroarbeit. Ab Mittwoch widme ich mich unserem Podcastprojekt „Daheim mit Gott“ und sammle wie eine Journalistin Themen, interviewe Menschen, übe die musikalischen Stücke ein, schreibe Texte und spreche sie auf. Schreiben, aufnehmen, schneiden, einspielen sind jetzt die Worte der Woche geworden. Jeden Sonntag erscheint eine neue Folge. Inzwischen beteiligen sich die Menschen gern und bringen ihre Ideen und Beiträge ganz praktisch ein. So ist unsere aktuelle Folge zu einem musikalisch bunten Garten gewachsen. Arbeit im biblischen Sinn ist Zusammenarbeit und setzt Gott den Schöpfer an die erste Stelle. Er ist die Voraussetzung für alles schaffende Tun des Menschen. Es ist insofern die Paradoxie des Glaubens, dass Glaubende von Gott beschenkt werden, auch wenn sie arbeiten. Vereint für eine gemeinsame Sache. Ich bin begeistert: Mein Sohn ist 12 Jahre alt und unterstützt mich technisch bei diesem Podcastprojekt. Wir waren uns selten so nah für eine gute Sache und er lernt in rasantem Tempo technische Kniffe. „In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret; mit Gott ist alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.“ Gott steht bei aller Arbeit ganz vorn dran. Die biblische Tradition begrenzt den menschlichen Schaffensdrang. Pausen gehören dazu und machen die Arbeit nicht zum Selbstzweck. Deshalb: „Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken.“ Das sollten wir bei einem Recht auf Homeoffice und einer zunehmend digitaler werdenden Arbeitswelt bedenken. In Gottes Namen fange ich an, arbeite und ruhe. Arbeite und ruhe. Wie ich ein- und ausatme. Ein regelmäßiges spirituelles Üben hilft, in mir selbst Raum zu schaffen und mit Gott zu sein. Haben Sie Lust gemeinsam zu üben? Dann hören Sie rein unter: www.pfarrbereich-grossbrembach.de.

Einen gesegneten Tag des Friedens, der Völkerversöhnung, der Arbeit und der freien Zeit am 1. Mai!

Wünscht Ihnen

Pfarrerin Denise Scheel aus Großbrembach



Autor:

Denise Scheel aus Apolda-Buttstädt

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