Heilige Berge in neuem Licht

Die Passionsszene des Wallfahrtsortes Sacro Monte di Varallo ist Bestandteil der Ausstellung.
  • Die Passionsszene des Wallfahrtsortes Sacro Monte di Varallo ist Bestandteil der Ausstellung.
  • Foto: Bertram Kober
  • hochgeladen von EKM Süd

Fotoausstellung zur Passionszeit im Lindenau-Museum Altenburg

Von Ilka Jost
Dass die neue Sonderausstellung im Lindenau-Museum Altenburg ausgerechnet Aschermittwoch eröffnet wurde, hat einen besonderen Grund. Sie soll während der Passionszeit dazu anregen, sich bewusst mit dem Leiden Jesu Christi auseinanderzusetzen. Gezeigt werden Fotografien von Bertram Kober. Während seiner Studienreise nach Italien hat sich der in Leizpig und Berlin lebende Künstler zu den »Sacri Monti« begeben und diese gekonnt in Szene gesetzt.
»Sacri Monti« (heilige Berge) sind neun weitläufige Kapellenanlagen in der Lombardei und dem Piemont. Der weitläufige Komplex aus 45 einzelnen Bauwerken liegt auf einem 200 Meter hohen Bergkegel in einer von Hügeln, Wäldern und Seen geprägten Landschaft. Thema ist in erster Linie das Leben und Sterben Jesu, das mit 600 lebensgroßen Figuren aus Holz und Terrakotta und über 4 000 Fresken oder Reliefs von größtenteils unbekannten Künstlern dargestellt wird.
Bertram Kober präsentiert diese Heiligtümer in neuen Blickwinkeln und Lichtstimmungen. Er macht die Melancholie der vom Zahn der Zeit bedrohten Ensembles deutlich und geht mit den Ausstellungsbesuchern auf Zeitreise. Mit seinen einfühlsamen fotografischen Studien verleiht der 1961 geborene Künstler den biblischen Akteuren neues Leben. Beim Betrachten der Passionsszenen entsteht das Gefühl, mittendrin zu sein. Mit sicherem Blick hat Kober das Arrangement der Blicke eingefangen. Die leichte Überbelichtung einiger Aufnahmen sorgt dafür, dass der dreidimensionale Vordergrund und das Fresko im Hintergrund bruchlos ineinander übergehen.
Die »Sacri Monti« entstanden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, als die traditionellen Pilgerstätten im Heiligen Land und in Europa durch Kriege und andere Hindernisse unerreichbar geworden waren. Ihre Entstehung ist aber auch mit den Ereignissen der Reformation verbunden. Seit 2003 gehören sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Ausstellung, zu der auch ein Katalog erhältlich ist, wurde bereits in der Klosterkirche Zittau gezeigt. Im Lindenau-Museum Altenburg kann diese auch über die Fastenzeit hinaus, bis 11. Juni, in Augenschein genommen werden.

Öffnungszeiten: Di bis Fr 12 bis 18 Uhr, Sa und So 10 bis 18 Uhr
www.lindenau-museum.de

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