Ein Herz für Jugendliche

Jugendliche beim Einsatz in der Jugendkirche – zusammen mit Pfarrer Wolf-Johannes von Biela (hinten Mitte) und Jugendreferent Simon Roppel (rechts).
  • Jugendliche beim Einsatz in der Jugendkirche – zusammen mit Pfarrer Wolf-Johannes von Biela (hinten Mitte) und Jugendreferent Simon Roppel (rechts).
  • Foto: Marcus Wiethoff
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Die ehemalige Klosterkirche in Altendorf, eine der ältesten Nordhäuser Kirchen, wird zur Jugendkirche »Herzschlag« umgestaltet. Hier soll ein Zentrum der Jugendarbeit im Südharz entstehen.

Von Marcus Wiethoff

Die Kirche bleibt im Dorf« – was für viele Kirchbauvereine gilt, die sich engagiert um den Erhalt ihrer Gotteshäuser kümmern, gilt schon lange nicht mehr für die kirchliche Jugendarbeit. Zwar gibt es zwei Junge Gemeinden in Nordhausen, aber im Restgebiet des Kirchenkreises nur fünf weitere. »Unterversorgt sind ganz klar die Gebiete um Wolkramshausen und Ellrich«, räumt Jugendreferent Simon Roppel ein. Er hat aber die Hoffnung, dieses Jahr wenigstens in einer der beiden Regionen etwas Neues einrichten zu können, denn im Rahmen einer auf sechs Jahre befristeten Projektstelle soll eine weitere Person für die Jugendarbeit eingestellt werden. Mehrere Bewerbungen liegen vor. Ziel des Projektes sei es, die Jugendkirche »Herzschlag« zu einer Gemeinde für junge Leute zu machen. »Sie sollen zwar weiter zu ihren örtlichen Gemeinden gehören, aber hier bei uns ihre religiöse Heimat finden«, so der Jugendreferent. Die Gottesdienste in den Dörfern würden Jugendliche im Allgemeinen nicht ansprechen, meint er. Die alle zwei Monate angebotenen Jugendgottesdienste, die derzeit im Gemeindesaal der Altendorfer Kirche gefeiert werden, würden hingegen regelmäßig 80 bis 100 Jugendliche anziehen. Besonders begehrt sei die VIP-Lounge für Konfirmandengruppen. »Jeweils eine Gruppe laden wir ein. Sie können sich im Gottesdienst vorstellen, erleben eine tolle Gemeinschaft und sehen, dass sie nicht allein sind«, erklärt Simon Roppel diese Idee.
Auch Konfirmandenunterricht findet längst nicht mehr in jedem Dorf statt. Personell sei das nicht leistbar, auch ist das Interesse bei den Jugendlichen nicht da. Zwischen 70 und 90 Achtklässler entschieden sich jedes Jahr im gesamten Kirchenkreis für die Konfirmation. »Ich habe gelesen, dass sich nur 15 Prozent eines Jahrgangs dazu entschließen. Etwa 35 Prozent gehen zur Jugendweihe, die anderen machen nichts«, berichtet der Jugendreferent. Als er 2012 in Nordhausen begann, habe sich keiner der Konfirmanden für eine Jugendgruppe begeistern können, jetzt blieben etwa 20 bei der Jugendkirche und ihren örtlichen Gruppen hängen. Etwa 20 weitere nähmen gelegentlich an einem Gottesdienst oder einer Ferienfreizeit teil. Mit diesem Ergebnis zeigt er sich zufrieden, hält es aber für weiter ausbaufähig.
Dass es nicht mehr überall Angebote geben kann, sei eben nicht zu ändern. Wenn in jeder Region zumindest alle zwei Wochen etwas los sei, wäre das schon in Ordnung. »Die Eltern fahren die Jugendlichen sowieso überall hin, zum Sport, zur Musikschule, auch zur Jungen Gemeinde«, sagt Simon Roppel.
Parallel zur Jugendkirche gelingt es manchen Gemeinden gut, ihre jungen Leute im Dorf zu halten und sie in das Gemeindeleben zu integrieren. In Bielen trat ein Konfirmand dem Kirchbauverein bei. Außerdem engagiert sich in dem Dorf bei Nordhausen ein junger Mann als Lektor. »Wenn Christopher Bischof den Gottesdienst hält, ist der nicht langweilig«, berichtet ein Jugendlicher aus Görsbach, einem Dorf in der Goldenen Aue. Grundsätzlich denke er beim Projekt Jugendkirche »Herzschlag« immer den gesamten Kirchenkreis mit und versuche, in allen Regionen Angebote vorzuhalten. Vielen Jugendlichen sei es aber gerade recht, nicht regelmäßig an einer Gruppe teilnehmen zu müssen, sondern nur zu besonderen Veranstaltungen in die Kirche zu kommen. Das Gebäude der Jugendkirche, die Altendorfer Kirche, eröffnet nach An- und Umbauarbeiten im Herbst.

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EKM Süd aus Weimar

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