Keine Montagsatheisten

Astrid Eichler sorgt sich um die Kirche.
  • Astrid Eichler sorgt sich um die Kirche.
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Prominente aus der Politik und intensive Bibelarbeit: Die Allianzkonferenz in Bad Blankenburg hat unter dem  Motto »reform.aktion« Impulse der Reformation und des Lukas-Evangeliums aufgegriffen.

Von Martina Blatt

Bei der diesjährigen Konferenz stand in Bibelarbeiten, Seminaren und kulturellen Veranstaltungen die Frage, wie gelebtes Christsein praktisch aussehen kann, im Mittelpunkt.
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, rief am Sonntag Christen dazu auf, sich in der Öffentlichkeit bemerkbar zu machen und von ihrem Glauben zu reden. Immer wieder würden Stimmen laut, die sagten, dass die Präsenz und die Kraft des christlichen Glaubens in Deutschland abnähmen. Doch solange Christen davon redeten, was sie glaubten, und sich einbrächten, »bleibt das Christentum in unserer Gesellschaft erhalten«.
Mehr als 100 Millionen Christen auf der ganzen Welt wären »unheimlich glücklich, wenn sie nur einmal an einem Sonntag wie wir in einer Kirche sitzen und völlig unbedrängt nach Hause gehen könnten«. Für die nächste Legislatur wünscht sich Kauder einen Beauftragten für Religionsfreiheit.

Luther-Nachfahrin will mehr Bekenntnis zu Jesus

Für Ekkehart Vetter war es die erste Allianzkonferenz als Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). In seiner Predigt zu Beginn der Konferenz rief Vetter dazu auf, sich den Mitmenschen in Liebe zuzuwenden. »Was helfen die wunderbaren Glaubensbekenntnisse, wenn im Alltag nichts ankommt?«, forderte Vetter mit seiner Frage das Publikum heraus. Der Glaube vom Sonntag müsse in die Woche hineinreichen, sonst würden die Gläubigen zu »Montagsatheisten«. Es zähle gelebte Barmherzigkeit. Vetter lobte die besondere Atmosphäre auf der Allianzkonferenz: »Hier begegnen sich Menschen von der Gemeindebasis. Es gibt viele Möglichkeiten, abseits des großen Plenums mit anderen ins Gespräch zu kommen.« In Zukunft soll es »attraktivere Angebote gerade für Kinder, junge Leute und junge Familien« geben.
Die Luther-Nachfahrin Astrid Eichler las am Donnerstagabend aus Briefen, die sie anlässlich des Reformationsjubiläums in diesem Jahr an ihren Urahn Martin Luther geschrieben hat. Darin machte die ehemalige Pfarrerin deutlich, dass ihr zum Jubiläum nicht nach Feiern zumute sei, weil sie sich Sorgen mache um ihre Kirche. Reformbedarf sieht Eichler heute vor allem in der Verkündigung: Darin müsse es mehr um Jesus Christus gehen. In 15. Generation stammt Eichler von Luthers jüngster Tochter Margarete ab.
Am Eröffnungsabend am Mittwoch fand sich eine Gesprächsrunde mit Politikern ein. Die Besucher wollten unter anderem von den Politikern wissen, wie sie zu Israel stehen oder wie sie Familien unterstützen möchten.
Die Veranstalter äußerten sich zum Abschluss zufrieden mit dem Verlauf der Konferenz. Von den 1 700 Teilnehmern wurde der jüngste am Sonntag einen Monat alt. Der älteste war 92 Jahre alt.

Nächstes Jahr findet die Konferenz vom 1. bis 5. August statt.

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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