Anschlag in Halle
Christen halten Fürbitte für Opfer und Angehörige

Friedensgebet in Marktkirche Halle
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In einem Friedensgebet gedachten etwa 40 Christen am Mittwoch um 18 Uhr in der halleschen Marktkirche der Opfer und Angehörigen der jüngsten Gewalttaten in der halleschen Innenstadt.
Superintendent Hans-Jürgen Kant erklärte: „In dieser Stunde stehen wir zutiefst erschrocken und traurig an der Seite der Menschen, die einen lieben Angehörigen oder Freund so grausam verloren haben. Wir denken an die jüdische Gemeinde hier im Paulusviertel und bitten Gott, dass er uns stärkt in unserem Bemühen um Frieden und in unserem Engagement für eine weltoffene, demokratische Gesellschaft.“
Ursprünglich sollte das Gebet den Auftakt zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution bilden.

Bischof Kramer: Hass und Gewalt entgegentreten

Friedrich Kramer
  • Friedrich Kramer
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Zu dem Gewaltakt und den Morden in Halle sagt Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland:
„In meinen Gedanken und Gebeten bin ich bei den Opfern und ihren Angehörigen dieser brutalen Schießerei und bei unseren jüdischen Schwestern und Brüdern. Weltweit feiern Juden heute das Versöhnungsfest Jom Kippur, den wichtigsten jüdischen Feiertag. Die Attacke auf die Synagoge in Halle ist abscheulich und unerträglich. Alle Menschen guten und friedlichen Willens sind aufgerufen, einem Klima des Hasses und jeglicher Gewalt entgegenzutreten. Lassen wir unsere Seelen - wie an Jom Kippur - von Frieden durchdringen.“

Kirchenpräsident Liebig: An der Seite der jüdischen Glaubensgeschwister

Joachim Liebig

Der anhaltische Kirchenpräsident Joachim Liebig hat mit Erschütterung auf die Anschläge am Mittwoch auf die Jüdische Gemeinde in Halle reagiert.
"Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern und ihren Angehörigen und bei der jüdischen Gemeinde. Ich danke den Einsatzkräften für ihren schnellen und mutigen Einsatz.
Es ist unerträglich, dass dieses antisemitische Verbrechen im Jahr 2019 in Deutschland passieren konnte. Dass dafür offenbar ein rechtsradikaler Täter verantwortlich sind, macht deutlich, wie gefährlich die rechtsradikale Ideologie für unser Gemeinwesen geworden ist. Der Antisemitismus ist die geistesgeschichtliche Pest des Abendlandes. Umso schwerer wiegen die Taten an diesem symbolträchtigen Jom-Kippur-Tag, dem jüdischen Tag der Versöhnung.
Unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger können der uneingeschränkten Solidarität der evangelischen Kirche, die in der NS-Zeit einst selbst in vielfacher Hinsicht schuldig an ihnen geworden war, heute gewiss sein. Wir sind Geschwister im Glauben und werden auch künftig alles uns Mögliche tun, dass es ein lebendiges jüdisches Leben in Deutschland geben kann. In Dessau und Anhalt betrifft dies zahlreiche gemeinsame Gebete, Veranstaltungen und Publikationen und nicht zuletzt die Unterstützung zum Bau der neuen Synagoge."

Autor:

Willi Wild aus Weimar

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