Kooperation zwischen Kirche und Arbeitswelt

Geländespiele wie »Erobere die Fahne« gehören zu einem Wochenende bei den Bördefüchsen dazu.
  • Geländespiele wie »Erobere die Fahne« gehören zu einem Wochenende bei den Bördefüchsen dazu.
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Bördefüchse in Haldensleben sind ein Freizeitangebot für Jungen und ein Erprobungsraum der EKM

Von Thorsten Keßler

Mit den Erprobungsräumen hat die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ein Versuchslabor für Kirchengemeinden geschaffen. In dem bis 2021 laufenden und mit 7,5 Millionen Euro geförderten Projekt können die Gemeinden neue Formen von kirchlicher Arbeit testen und außerhalb des Gemeindealltags andere Wege der Verkündigung beschreiten. Dreizehn Projekte sind derzeit Erprobungsraum, eines davon die Bördefüchse, eine Kooperation zwischen dem Gelenkwellenhersteller IFA Rotorion und der Evangelischen Lutherkirchengemeinde Haldensleben.
Hastige Schritte, knackende Äste und hin und wieder ein lauter Schrei. Ein Dutzend Jungs zwischen sieben und elf Jahren tobt durch ein Waldstück nahe Haldensleben. Das Geländespiel »Capture the Flag« (Erobere die Fahne) ist der Abschluss der Börde-
füchse-Nacht auf Schloss Hundisburg. Fünf Erwachsene – Väter, Mitarbeiter von IFA-Rotorion und Pfarrer Jens Schmiedchen – sind die Schiedsrichter.
Los ging es am Freitagabend zuvor. Von Althaldensleben zu Fuß zur Ziegelei nach Hundisburg. Dort wurde getöpfert und anschließend wanderte die Gruppe weiter zu einem Bauernhof in der Nähe, wo schon Suppe in einem Kessel über dem Feuer kochte. Zur Übernachtung bezogen die Bördefüchse Quartier auf Schloss Hundisburg.
Die Jugendgruppe für Jungen im Grundschulalter geht zurück auf eine gemeinsame Idee von Felix von Nathusius, dem ehemaligen Geschäftsführer des Gelenkwellenherstellers IFA-Rotorion, und Pfarrer Jens Schmiedchen. Der gemeinsame Gedanke von Pfarrer und Unternehmer: Ein spezielles Jungenangebot, »weil den Jungs im Alltag oft männliche Bezugspersonen fehlen«, erklärt Jens Schmiedchen.
Jeden zweiten Freitag treffen sich die Bördefüchse unter Leitung von Schmiedchen und wechselnden IFA-Rotorion-Mitarbeitern. Es geht um christliche Wertebildung, um Respekt voreinander, um Verantwortung und darum, dass die Großen auch auf die Kleineren achten. Biblische Geschichten gehören zu den Gruppenstunden. Genauso aber Besuche in Museen oder Entdeckungstage in der Natur.
Bei IFA Rotorion steht soziales Engagement hoch im Kurs. Holger Rook ist als Werksleiter verantwortlich für 1 600 Mitarbeiter, bei der Bördefüchse-Nacht hat er das Spielfeld für das Geländespiel aufgebaut und erklärt den Jungen, worauf es ankommt: »Nur Fangen! Kein Schlagen! Keine Stöcke!« Einige Bördefüchse stecken geheimnisvoll die Köpfe zur Taktikbesprechung zusammen, und dann beäugen sich die rote und die blaue Gruppe im Waldstück.
Holger Rook macht die ehrenamtliche Mitarbeit bei den Bördefüchsen Spaß. »Eine tolle Aufgabe für die ›Füchse‹ und ein wenig auch Vorbereitung auf das Erwachsenwerden. Freiräume und Leitplanken braucht es bei den Jungs genauso wie bei uns im Werk.«
Seit dem Schuljahr 2014/2015 gibt es die Jungengruppe. Wenn die ersten Jungs weiterführende Schulen besuchen, sollen sie möglichst mitwachsen und Verantwortung für die Kleineren übernehmen, wünscht sich Jens Schmiedchen. »Sie bleiben in der Gruppe, aber in einer anderen Position. Und natürlich hoffe ich, dass ich die Jungs in der 7. und
8. Klasse im Konfirmandenunterricht habe.« Neben den Bördefüchsen plant die Lutherkirchengemeinde ein vergleichbares Angebot für Mädchen.

Autor:

EKM Nord aus Magdeburg

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