Nachruf
Nachruf auf Diakon Hans Fuhrmann

Nachruf

Diakon Hans Fuhrmann
geb. 07. März 1932 gest. 12.Januar 2021

Ein Beter vor dem Herrn. Ein Ratgeber für die Jungen. Ein Kommunikator zwischen Glauben und Politik. Ein Neugieriger in Sachen diakonische Theologie.

„Ich habe dich nicht gewählt.
Aber jetzt wo du gewählt bist, kannst du auf meine volle Unterstützung bauen.“
Ehrlich. Eindeutig. Verlässlich. So habe ich Hans Fuhrmann erlebt und geschätzt.
Das Zitat stammt von 2001, nach meiner Wahl zum Ältesten der Diakonischen Gemeinschaft.

Als evangelischer Schlesier gehört er zu den Neinstedter Diakonen, die ihre Bindung zur Stiftung über die evangelische Jugendarbeit eingingen. Jugenddiakone prägten die Stiftung von den Nachkriegsjahren bis ins 21. Jahrhundert. Hans Fuhrmann war Jugenddiakon in Erfurt und Brüderältester, Wirtschaftsleiter und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit in Neinstedt. Er war Akteur in den kirchlichen Auseinandersetzungen mit dem sozialistischen Staat und erlebte in dieser Phase auch die existenzbedrohenden Zeiten für die Stiftung. Ein jugendlicher Geist wird immer wieder das Neue sehen und darauf zu gehen. Hans Fuhrmann war von einem solchen jugendlichen Geist beseelt, mit der Trompete am Mund. Erste Stimme im Posaunenchor. Bis in die letzte Phase seines Lebens. Und er konnte mit jedem Menschen etwas anfangen. Auch wenn jemand anders glaubte, anders lebte, anders war. Er konnte zusammen führen, was zusammen gehörte. Oft wussten die Beteiligten nicht, dass da Menschen, Meinungen, Glaubensvorstellungen zusammen gehören. Er motivierte, das Gemeinsame zu tun.
Und wenn er, dann im Alter, seine spitze Frage stellte…dann wussten alle, dass er genau wissen wollte, mit welchem Ziel etwas geschah. Und er wollte die geistliche Dimension einer Entwicklung verstehen. Die christliche Ethik müsse alle Arbeitsprozesse bestimmen, alle Veränderungsprozesse bestimmen. Er wollte genau wissen, warum etwas anders werden sollte.
Es ging ihm um die Bewahrung des Kerns einer Idee. Wenn das gewährleistet schien, unterstützte er die Veränderung der Äußerlichkeiten.

Hans Fuhrmann konnte nicht allein sein. Er brauchte die Frau an seiner Seite.
In Gemeinschaft leben, war sein Motto. Dabei musste er herbe Verluste hinnehmen. In drei Ehen musste er immer wieder den Tod seiner Frau durchstehen. Und trotz allem wuchs eine große Familie. Dieser Familienzusammenhalt trägt Früchte weit über eine Lebenszeit hinaus. Hans Fuhrmann ist dafür ein Sinnbild.

Ich danke unserem Gott für die Zeit, die ich mit Hans Fuhrmann hatte.
Ich danke ihm für seine Fürbitten, seine Unterstützung, seine Ratschläge, seine Kritik.
Er war ein Bruder, der mir am Herzen lag.
Das möchte ich mir bewahren. Gott sei Dank für diesen Menschen: Hans Fuhrmann.

Diakon Hans Jaekel
Pädagogisch-Diakonischer Vorstand
Neinstedt, 18.01.2020

Autor:

Andreas Damm

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