Grün ist die Hoffnung

Nicht alle in Grün: Das Geraer Team des Besuchsdienstes (v. l.): Juliane Rösner (sitzend), Linda Vernickel, Elke Päßler, Barbara Müller, Margot Hertel, Ilona Klimke, Birgit Kluck, Erika Hummel, Anita Herzog, Heike Kaselowsky, Kinda Al Baghdadi, Hubert Kreußler, Monika Kümritz, Helga Haase
  • Nicht alle in Grün: Das Geraer Team des Besuchsdienstes (v. l.): Juliane Rösner (sitzend), Linda Vernickel, Elke Päßler, Barbara Müller, Margot Hertel, Ilona Klimke, Birgit Kluck, Erika Hummel, Anita Herzog, Heike Kaselowsky, Kinda Al Baghdadi, Hubert Kreußler, Monika Kümritz, Helga Haase
  • Foto: Wolfgang Hesse
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Grüne Damen und Herren: Seit 20 Jahren sind sie im Klinikum Gera aktiv
Von Wolfgang Hesse

Da sein, zuhören, Hoffnung und Zeit schenken«, so umreißt Monika Kümritz, Landesbeauftragte für Thüringen, das Motto und das Ziel der ehrenamtlichen Grünen Damen und Herren. Getragen wird der Dienst von der Evangelischen Kranken- und Altenpflege e.V. (eKH).
»Anfangs wurde unsere Arbeit noch falsch gedeutet«, erinnert sich Margot Hertel. Sie ist seit 19 Jahren dabei und arbeitete 17 davon als Einsatzleiterin in Gera. »Man dachte, wir wollten dem Krankenhauspersonal die Arbeit wegnehmen.« Inzwischen gibt es ein gutes Miteinander zwischen den Grünen Damen und Herren und der Klinikleitung. Der Besuchsdienst auf den Stationen erfolgt in Absprache mit dem Klinikum. Die Dozenten für vier Weiterbildungen im Jahr kommen aus der Ärzteschaft. Wöchentlich zwei bis drei Stunden erfüllen die Grünen Damen und Herren ihren Dienst. »Man braucht schon eine soziale Ader, und die eigenen Probleme müssen vor der Zimmertür bleiben«, weiß Barbara Müller und freut sich, wenn sie es schafft, zum Patienten eine Vertrauensbasis aufzubauen. »Man muss mit einem guten Gefühl dabei sein und diese Arbeit gern machen. Nur dann funktioniert es.«
Kinda Al Baghdadi aus Syrien ist seit sechs Monaten als Grüne Dame unterwegs. Sie stammt aus Damaskus und wohnt mit ihrer Familie seit drei Jahren in Gera. Ihr Hauptaugenmerk richtet Kinda auf die arabisch sprechenden Frauen auf der Entbindungsstation. »Ich versuche, die Muttersprache auf die Station zu bringen. Viele Frauen haben Angst – ich möchte ihnen die Angst nehmen«, sagt Kinda. Die Syrerin möchte das zurückgeben, was sie an Hilfe von ihren deutschen Freunden erfahren hat. Selbst nach dem Krankenhausaufenthalt hilft sie den Familien, sich mit dem Neugeborenen in Gera zurechtzufinden. Die anderen der Gruppe sehen in Kinda Al Baghdadi einen »goldenen Schlüssel« zu den Herzen der Flüchtlinge im Krankenhaus.
Für die Grünen Damen und Herren ist das Vertrauen untereinander besonders wichtig. Christen machen ein Viertel der Betreuungsgruppe aus. »Öfters sitzen wir hinterher in der Cafeteria zusammen und fahren bei einem Kaffee herunter«, sagt Margot Hertel. Diese Zeit ist für alle eine Tür, die man nach dem Dienst schließen kann. »Wer das nicht schafft und die Probleme der Patienten mit nach Hause nimmt, der kann diese Arbeit auf Dauer nicht ausführen«, ergänzt sie.
Dreimal im Jahr finden Supervisionen zur psychischen Stärkung und Anregung im Umgang mit Patienten mit der Pfarrerin und Klinikseelsorgerin Hanna Kiethe statt. »Aber auch zwischendurch können wir jederzeit mit Frau Kiethe sprechen«, betont Margot Hertel. Unabhängig von Konfession und Glauben steht die Klinikseelsorge jedem Patienten im Haus offen. Neben dem Besuchsdienst auf den Stationen organisieren die Grünen Damen und Herren einen Lotsendienst, kümmern sich um neu eingewiesene Patienten am Klinikum. Sie helfen beim Durchlauf- und Untersuchungsprozess bis zur Station und versorgen die Patienten auch gern mal mit der aktuellen Tageszeitung.
»Wir könnten gern noch weitere 15 Grüne Damen und Herren gebrauchen«, wünscht sich Monika Kümritz, die Einsatzleiterin in Gera. »Wie unser heutiger Neuzugang, Erika Hummel, erhalten alle Neueinsteiger vor ihrem Einsatz eine Basisausbildung im Umgang mit den Patienten.«

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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