Modellversuch
Evangelisch elektrisiert

E-Mobilität läuft seit drei Monaten im Kirchenkreis Egeln
Von Renate Wähnelt

Fünf Elektro-Autos rollen seit Februar durch den Kirchenkreis Egeln. Derzeit bekommen sie nach und nach einen Schriftzug auf die Flanken: »Evangelisch elektrisiert!« Der Kirchenkreis befasst sich seit langem mit Elektromobilität. Er hatte eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, ob sich Elektro-Autos für die Hauptamtlichen lohnen, die mehrere Orte betreuen und dabei Strecken zurücklegen, bei denen die Verbrennungsmotoren kaum richtig warm werden. Antwort: Es kann sich rechnen. Auf Initiative der Egelner hin gab es im vorigen Jahr einen Fachtag, auf dem Für und Wider abgewogen sowie Erfahrungen aus einem Test im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt mit vergleichbaren Strukturen vorgestellt wurden.
Superintendent Matthias Porzelle nannte der Kirchenzeitung damals mehrere Gründe für das Drängen, Elektro-Autos anzuschaffen: Klimaschutz und damit die Bewahrung der Schöpfung war einer. »Wir hoffen auch, mit dem Bereitstellen von Dienstwagen die Attraktivität ländlicher Pfarrstellen zu erhöhen«, nannte er einen zweiten. Denn bislang werden die Dienstwege alle mit den Privatautos zurückgelegt. Obwohl sich die Hoffnung auf finanzielle Förderung durch die Landeskirche nur zum Teil erfüllte, startet der Kirchenkreis einen Modellversuch mit fünf Elektro-Autos.
Eines fährt die Suptur selbst, drei werden in den Pfarrbereichen Hötensleben, Schönebeck und Aschersleben – hier auch vom Pressebeauftragten – gefahren und eines vom Ehrenamtsreferenten Jürgen Groth. »Die Bedienung ist Klasse«, sagt er. Als geübter Vielfahrer kann er das beurteilen. »Mit der Beschleunigung lasse ich beim Anfahren an der Ampel jeden BMW stehen«, schmunzelt er. Im vorigen Jahr, als er die Referententätigkeit erst begann, ist er mit dem Privatwagen mehr als 11 000 Dienstkilometer gefahren. In den ersten zwei Monaten mit dem Elektro-Dienstwagen gut 3 000. Mit der Reichweite ist er zufrieden. Sie reicht von einem Ende des Kirchenkreises zum anderen. Nur an den kalten Tagen musste er aufpassen, weil die Heizung viel Strom frisst. Das Aufladen an Wallboxen klappt problemlos.
Die Resonanz ist positiv, fasst Superintendent Porzelle die ersten drei Monate zusammen und bestätigt die Erfahrung von Jürgen Groth. »Viele merken anfangs nicht, dass ich mit einem Elektro-Auto vorfahre. Erst mit dem Schreck, wenn der Wagen plötzlich losrollt, stellt sich die Erkenntnis ein«, hat Jürgen Groth beobachtet. Der Motor ist einfach nicht zu hören.
Matthias Porzelle war mit dem Elektro-Auto zur Landessynode nach Drübeck gefahren. Neugierige nutzten die Chance für Probefahrten. Hier wie auch andernorts gab es Anerkennung, dass sich die Kirche an die Spitze der Bewegung hin zur Elektromobilität setzt, aber auch Kritik. Es sei ja noch gar nicht klar, ob diese Antriebstechnik Zukunft hat. »Der Dienstwagen wird als Wertschätzung wahrgenommen. Ob er sich positiv bei Stellenbesetzungen auswirkt, kann ich noch nicht sagen«, zieht der Superintendent ein Resümee über die interne Wirkung.

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Online-Redaktion aus Weimar

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