Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht wir?

Martin Olejnicki, Pfarrer in Bernburg-Preußlitz
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Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.
2. Korinther 6, Vers 2

Von Martin Olejnicki, Pfarrer in Bernburg-Preußlitz

Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht du? Bei diesen Fragen denkst du wahrscheinlich sofort an Sänger Rio Reiser (»Wann?«), aber ich meine damit die Zeit der Gnade. Schau dich doch mal um. Schau in die Gesichter der Menschen um dich herum. Sieh dir all die lachenden, all die traurigen, all die müden und all die unsicheren Gesichter an.
In jedem entdeckst du etwas dir sehr wohl Bekanntes. Hinter jedem dieser Gesichter steckt eine Geschichte. Du kennst sie vielleicht nicht und weißt nicht, warum sie traurig, fröhlich, müde und unsicher sind. Aber du erinnerst dich sehr gut an Situationen, in denen es dir auch so ging. Du weißt noch genau, wie es war, so zu fühlen, und du weißt vielleicht auch, was du damals gebraucht hättest.
»Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils«, schreibt der Apostel Paulus an die Korinther. Darum ist es Zeit: Schau nicht einfach nur stumm in die Gesichter der Menschen um dich. Sondern lache mit den Lachenden, tröste die Traurigen, setze dich zu den Müden und bestärke die Unsicheren. Du kannst das, weil Gottes Gnade für dich etwas Greifbares ist. Gott greift dir unter die Arme und richtet dich immer wieder auf. Du kannst das, weil der Tag des Heils für dich wirklich ist. Gott macht dich wirklich heil. Sodass du selbst zum Aufrichtenden und zum Heilenden werden kannst.
Nicht morgen oder irgendwann, sondern jetzt. Du bist berufen, die Frohe Botschaft der Gnade und des Heils weiterzutragen. Das braucht nicht immer große Worte oder Taten. Es braucht auch keine spezielle Ausbildung. Ein aufmunternder Blick, ein kleines Lächeln oder ein angebotener Sitzplatz können für den anderen schon eine ganze Welt verändern.
Die Zeit der Gnade und der Tag des Heils sind schwer erklärbar, aber sie sind spürbar. Du kannst
sie spürbar werden lassen. Immer wieder neu und immer wieder anders. »Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wie, wenn ohne Liebe? Wer, wenn nicht wir?«, sang Rio Reiser
und ich glaube er hat recht. Und was glaubst du?

Autor:

Adrienne Uebbing aus Weimar

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