Weihnachten-immer noch?

Weihnachten – immer noch?

Diese Frage kann man sich durchaus stellen … vor allem, wenn man daran denkt, wie überbordend sich diese Festlichkeit schon seit mehreren Wochen im Leben von Geschäften und Kaufhallen zeigt. Überbordend – wie ich gerade geschrieben habe – finde ich das Ganze schon. Aber es gehört wohl doch zum Weihnachtsfest – trotz alledem! Denn das Suchen nach Geschenken weist vielleicht noch auf etwas anderes hin … nämlich auf das eigentliche Ge- schenk dieses Festes … auf Jesus Christus, der als Kind in unsere Welt tritt. Man wird sich dessen nur nicht genügend bewußt. Diese Geschichte ist für uns zunächst aber eine alte … über 2000 Jahre alt; sie hat schon deshalb den Geschmack von etwas Alter- tümlichem. Ist das etwa ein Fehler? Ganz und gar nicht, sage ich klar und deutlich. Im Gegenteil! Eher ist das Alter und die Altertümlichkeit ein Vorteil! Denn Altsein bedeutet ganz allgemein, daß eine Person oder Sache mit eigenem Charakter einen Wert hat … manchmal sogar einen ziemlich hohen. Weihnachten ist von daher gesehen eine Geschichte, die schon wegen ihres Alters einen Wert hat … und den sollte man e n t -
s p r e c h e n d würdigen und feiern. Und das Kind, von dem in der alten Erzählung gesprochen wird, wertet diese alte Geschichte noch einmal tüchtig auf.
Was bedeutet dann aber in diesem Zusammenhang das Wörtchen „entsprechend“? Ich sage es einmal so: Dem Alter und dem Altertümlichen sowie der Erinnerung an das Kindsein und dem Kinde an sich soll ein Recht gegeben sein – gerade zu Weihnachten!
Das bedeutet: Weihnachten ist immer erneut alt …zugleich aber auch neu; und gerade deshalb wird davon e r z ä h l t … und zwar nicht „es war einmal“ wie im Märchen, sondern so (siehe Luk.2,1): „Es begab sich aber, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging...“
Das will sagen: Hier g e s c h i e h t etwas; kein Märchen oder irgend etwas Eingebildetes; vielmehr kam ein „Faktum“ , also eine Tatsache, mit der Geschichte von damals in die Welt. Mit anderen Worten gesagt und mit Bezug auf das Frühere: Altes und Neues bedingen sich gegenseitig. Das Alte bliebe freilich n u r alt, wenn es n i c h t erzählt würde. Es ist aber in unserem Falle nicht alt geblieben, sondern wird in mannigfachen Sprachen
w e i t e r erzählt! Als Frage ergibt sich nun: Warum ist das aber so, daß so etwas Altes immer weitererzählt wird? Nun, das kommt wohl daher, daß das Alte das E r z ä h l b a r e ist … ein „Narrandum“, um es lateinisch zu sagen … zugleich etwas Werthaltiges und Kindhaftes. Zusammengefaßt: Ein Kind ist geboren … dazu ein gewissermaßen „eigentümliches“ Kind … also was zum Menschsein zutiefst dazugehört ( = zum „Humanum“).
Wenn ich zu Anfang meiner Gedanken die Frage gestellt habe „Weihnachten – immer noch?“, so möchte ich jetzt das Fragezeichen wegnehmen. Denn das „eigentümliche“ Kind, wovon Weihnachten ja spricht, gehört nicht nur zum Menschsein, sondern i s t geradezu das Menschheitszeichen … und insofern
ist eben das Alte auch immer wieder(!) das Neue.
Zwar gilt der Satz, den Paulus formuliert- ( siehe 2.Kor.5,17)-, daß nämlich mit Jesus durchaus Neues in die Welt gekommen ist, aber „perdu“, also „verloren“, ist damit das Alte noch lange nicht. Vielmehr ist mit dem Kinde Jesus das Alte auf neue Weise bewahrt. Ich kann dieses auch mit Worten von Joachim Dachsel(1921-2008) ausdrücken.
In einem Gedicht mit dem Titel „Persona Dei“ = „Die Persönlichkeit Gottes“ schreibt er:
Nicht jenes -
daß er entsproß
der Wurzel Jesse -
fremd ist mir David,
Zion nur ein Gerücht -

Dies ist´s -
daß er kommt
aus der Wurzel des Seins,

Hier blickt es uns an
durchdringenden Auges, umfängt uns
ganz mit der unverfälschten
Liebe des Ursprungs.
Hier
werd ich gesund.

Jetzt noch einmal anders gesagt: Wenn ich mir diese alt-neue Nachricht von jemandem anderen – in diesem Falle von Joachim Dachsel – sagen lasse, kann ich geradezu in k i n d g e m ä ß e r
Weise gesund werden. Denn ein Kind läßt sich auf heilende Worte ein und wird von diesen oft genug gesund. Ich selbst brauche dazu keine Medikamentenanweisung im Fernsehen!
Noch einmal: Sicherlich, mit diesem Jesus ist wohl alles neu geworden … aber mit Rückbezug auf ein altes Bild … das Bildnis eines Gottes, der schon immer ein Besonderer war und auch immer sein wird. Von daher: Gesegnete und frohe Weihnachten für uns alle!

Autor:

Konrad Vogel

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