»Wichtig ist, alle im Dorf einzubeziehen«

Ulf Markmann engagiert sich seit mehr als 20 Jahren im Gemeindekirchenrat.
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Kirchenälteste im Porträt: Ulf Markmann aus Mühlsdorf freut sich über Zusammenhalt

Von Helmut Rohm

Ich bin auf ganz kuriose Art und Weise in den Gemeindekirchenrat gekommen«, erinnert sich Ulf Markmann. Es war der Nachbar in Mühlsdorf, der den Anstoß gab. »Wir hatten so einen Rentner-Gemeindekirchenrat. Der Nachbar sagte, er werde aussteigen, weil er das Alter hatte, und hat mich gefragt, ob ich das machen wollte.« Ulf Markmann sagt zu. Voller Respekt, wie er gesteht, vor den »ganzen älteren Herrschaften« im Gremium. Als es dann bald darauf den kompletten Generationswechsel gab, ist er derjenige mit der meisten Erfahrung – und wird Vorsitzender.
Mehr als 20 Jahre ist das her. Jetzt kandidiert Ulf Markmann wieder für den Gemeindekirchenrat in Mühlsdorf, so wie seine weiteren drei Mitstreiter ebenfalls, und wird wohl auch als Vorsitzender weitermachen.
Grundlage für das Engagement des 53-jährigen Vaters ist zum einen die eigene kirchliche Erziehung. Vor allem aber geht es ihm darum, »dass wir so eine schöne Dorfgemeinschaft sind und alles gemeinsam machen, ob es Kirchenmitglieder sind oder nicht. Alle ziehen an einem Strang und versuchen, sich einzubringen.« So ist Ulf Markmann selbst auch in der Feuerwehr des knapp 50 Einwohner zählenden Ortsteiles der Stadt Zerbst aktiv.
20 Glieder zählt die zum Pfarramt St. Nicolai und St. Trinitatis im Kirchenkreis Zerbst zählende Mühlsdorfer Kirchgemeinde. »Irgendwie ist die Kirche da schon der Mittelpunkt im Ort. Und wir haben ja auch eine schöne Kirche«, sagt er. Der 1885 als Nachfolger einer Feldsteinkirche entstandene Bau steht stets Besuchern offen.
»Es ist auch unsere Aufgabe als Kirchengemeinde, dass wir alle mit einbeziehen, damit man in Kontakt bleibt. Wann trifft man sich denn sonst noch«, so der als Schlosser und Schweißer im Schichtdienst tätige Vorsitzende des Gemeindekirchenrats.
In Mühlsdorf klappt das auf unkomplizierte Weise. Zum einen »passt es super in unserem Gemeindekirchenrat«. Zum anderen »machen wir nicht alles alleine. Viele Unterstützer im Dorf sind da.« Gibt es ein Vorhaben, finden alle Mühlsdorfer einen Zettel im Briefkasten. »Und es finden sich immer Leute, die mitmachen.«
So geht etwa der Rasenmäher für den Friedhof reihum bei allen Männern des Ortes. Der jährliche Kircheneinsatz im Frühjahr findet eine breite Beteiligung. Die ganze Dorfgemeinschaft hat in diesem Jahr mitgeholfen beim Errichten der neuen Urnengemeinschaftsanlage. Ihre Kirche reinigen die Mühlsdorfer selbst. Auch um die Friedhofsmauer haben sie sich gekümmert.
Aber ebenso wird gemeinsam gefeiert, wie gerade beim Erntedankgottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken am Teich. Oder in der Adventszeit, wenn es immer ein Konzert in der Kirche gibt und hinterher alle gemütlich zusammensitzen.
Vier bis fünf Gottesdienste jährlich werden in der Mühlsdorfer Kirche gefeiert. »Wir versuchen, dass zu den wichtigen kirchlichen Feiertagen Gottesdienste hier stattfinden«, benennt Ulf Markmann einen Punkt, der den Kirchenältesten wichtig ist. Und bei allem gern getanen Engagement wünsche man sich auch etwas von der Landeskirche. »Die kleinen Dörfer sollten nicht ins Hintertreffen geraten. Es wäre schön, sich längere Zeit an einen Pastor gewöhnen zu können. Der sollte auch vor Ort sein. Es wird viel abgewälzt auf den Gemeindekirchenrat oder die Kirchengemeinde. Dem müsste Einhalt geboten werden.«

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Online-Redaktion aus Weimar

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