Vorbilder der Herde

Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt …
1. Petrus 5, Vers 2

Von Albrecht Lindemann, Pfarrer in Zerbst

Was macht eigentlich ein Hirte? Er hütet seine Herde, nehmen wir an, es sind Schafe. Er versorgt Verletzungen, pflegt die Klauen, stellt Wasser und Salz bereit. Im Frühjahr sorgt er für angemessene Bekleidung. Ganz wichtig: der Hirte steckt die Grenzen ab, in denen die Herde leben soll. Blökt ein Schaf besonders laut, steht es oft auf der falschen Seite des Zauns und möchte zurück. Meist sind es die jungen Schafe, die außerhalb der Grenzen besseres Futter vermuten. Und so brechen sie durch das kleinste Loch hinaus in die große Welt. Den Weg zurück in die Gemeinschaft finden sie dann oft nicht mehr allein. Verirrte Schafe müssen und wollen zu den anderen geführt werden. Ohne den Hirten, der sie sucht und zurückbringt, wären sie verloren.
Am Hirtensonntag sind die Rollen klar verteilt: Der Herr ist mein Hirte! Christen sind in der Nachfolge Jesu immer auch Hirten, berufen umeinander und füreinander zu sorgen, den Nächsten zu behüten. Wie aber kann jemand Hirte sein, ohne den anderen zum Schaf zu machen?
Christliche Gemeinde ist eben etwas anderes als eine Schafherde. Menschen leben außerhalb sichtbarer Zäune und sind so ständig davon bedroht, auseinander zu laufen, sich zu verirren und zu verlieren. Dazu kommt der Drang, andere vom besten Platz zu vertreiben. Schon immer suchen Menschen deshalb nach den Schranken für ein Zusammenleben bei einem Höchstmaß an Freiheit. Auf Ebene der Schafherde könnte man sagen, jeder verhalte sich so, dass er sich nicht mit anderen in die Wolle gerät. Schaf sein und Schaf sein lassen.
Der Erzhirte hat gezeigt, wie das Hirtenamt auszuüben ist: Schwache stärken, Kranke heilen, Verirrte suchen. Der Mensch sei nicht des Menschen Wolf, sondern dessen Hirte. Eine faszinierende Vorstellung: eine Herde von Hirten, nicht herrschend, sondern hütend. Wenn der Weg zur grünen Aue für sich oder andere verloren scheint, ist es wichtig, auf den Hirten zu hören, der spricht: »Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.«

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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