Eine wahre Geschichte
Die Heimat still verborgen im Herzen

Nach vielen Jahren fand er seine Heimat im Herzen wieder und das am Tag der Goldenen Hochzeit.
  • Nach vielen Jahren fand er seine Heimat im Herzen wieder und das am Tag der Goldenen Hochzeit.
  • Foto: Regina Englert
  • hochgeladen von Regina Englert

Manchmal schreibt das Leben bemerkenswerte Geschichten: Tag der Deutschen Einheit  - 11 Uhr in der Rosenkirche Elende - Anett Bastubbe und ich schmücken für Erntedank. Die Kirchentür geht auf. Ein älteres Ehepaar tritt ein. "Wir feiern heute unsere Goldene Hochzeit, deshalb sind wir hier. Heute Morgen um 6 Uhr im Bayrischen Wald losgefahren", erzählt sie uns ein bisschen atemlos. "Mein Mann ist hier geboren und getauft worden. Ich habe ihn heute ohne sein Wissen hierher entführt ", schmunzelt sie. Als er seinen Namen nennt, war alles klar - Herr Hansen - der Hansenhof. Einer der größten Höfe im Dorf mit wechselvoller Geschichte. Zu DDR-Zeiten das "Volksgut", heute im Dorf der "Hansenhof" genannt.
Die Geschichten bahnen sich plötzlich mit Macht ihren Weg aus Uwe Hansen heraus. Sein Gesicht wird lebendig. Die grüne Minna - der Elender "Schulbus", sein schwerer Sturz kurz vor der Flucht 1954. Die Vorbereitungen zur Flucht, getarnt als Hochzeitsbesuch. Sogar Hochzeitsgedichte lernten die fünf Kinder auswendig. Die Jahre des Aufbaus in Hamburg und seine sporadischen Verbindungen nach Elende. Menschen, die er noch kennt. Alles floß munter heraus - es war eine Freude zu sehen, wie sich in dem Gesicht dieses alten, gebeugten Mannes ein Strahlen breit machte. Er war wieder zu Hause, eines mit dem er glaubte abgeschlossen zu haben. Seiner Frau liefen die Tränen vor Glück, sie hatte unterwegs noch gedacht alles falsch gemacht zu haben, dass die Reise ein Reinfall sei, ihm nichts bedeute, vielleicht alte Wunden aufreißt? Weit gefehlt. Gemeinsam haben wir Kerzen für seinen kürzlichen 80. Geburtstag, die Goldene Hochzeit und eine mit der Bitte um Bewahrung für die kommende Zeit entzündet. Vor dem Altar beteten wir zu Viert das Vaterunser. Wer mich kennt, der ahnt, dass ich dabei geschluckt habe. Welch ein Moment voller Dankbarkeit.

Autor:

Regina Englert

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