Konfis präsentieren ihr Pfarrer-Gehlmann-Projekt
Enthüllung

Ganz am Anfang stand die Beschäftigung mit dem "Barmherzigen Samariter" aus dem Lukasevangelium (10. Kapitel) und mit dem 5. Gebot "Du sollst nicht töten". Die Quintessenz für die Konfigruppe: Christen hören den Hilferuf des in Not Geratenen und versuchen zu helfen. Beziehungsweise: Menschen NICHT nach dem Leben zu trachten, ist doch selbstverständlich! Nicht so jedoch in der Zeit des Nationalsozialismus. Das zeigte sich beim Besuch der "Euthanasie"-Ausstellung im nahen Fachklinikum Jerichow. Auch von hier aus sind in den 40er Jahren psychisch Kranke in die Gaskammern nach Brandenburg (Havel) und Bernburg geschickt worden. Die perfide Bezeichnung hierfür lautete "Euthanasie" (griechich mit der Bedeutng: "schöner Tod").

Der Schönhauser Pfarrer Herrmann Gehlmann, der auch als Krankenhausseelsorger in Jerichow eingesetzt war, protestierte hiergegen. Das war sehr mutig von ihm in jener Zeit. Bevor der Geistliche 1940 nach Schönhausen kam, war er Missionar in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia.

Viel spannendes Archivmaterial über ihn fand sich deswegen bei der "Vereinigten Evangelischen Mission" in Wuppertal. Für deren Vorgängerorganisation, die Rheinische Missionsgesellschaft, war Gehlmann von 1909 bis 1925 in Afrika. Alle ihre Erkenntnisse fassten dei Konfirmanden auf einer von ihnen gestalteten Informationstafel zusammen.

Um diese zu enthüllen und der Öffentlichkeit zu präsentieren, luden die Jugendlichen am Freitag, dem 24. Mai, zu einer Andacht auf den Schönhauser Friedhof ein. Stolz verwiesen sie auch auf das Grab Gehlmanns, das sie wieder hergerichtet haben.

Unterstützt haben das Projekt die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land und der Schönhauser Gemeinderat, die Bauunternehmen Schulz und Matzke (Schönhausen), der Mediengestalter Jörg Kluge (Schönhausen), der Metallbauer Pfundt (Klietz) und der Steinmetz Gehr (Tangermünde). Allen Helfern ein herzliches Dankeschön!

Autor:

Ralf Euker aus Stendal

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