Jubiläum
75 Jahre Dienst am Menschen

Ein Leben lang Diakonissen: Superintendent Michael Kleemann segnete die hochbetagte Schwester Hertha Steuer (l.), danach empfing auch Schwester Elfriede Heiduk Gottes Segen.
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Adelberdt-Diakonissen-Mutterhaus: Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die ersten Diakonissen aus Kraschnitz in Niederschlesien nach Stendal. Was sie aufbauten, wirkt heute in besonderer Weise weiter.

Von Ulrich Paulsen

Die Diakonissen der Stiftung Adel-berdt-Diakonissen-Mutterhaus (ADM) in Stendal begingen im Oktober ein besonderes Jubiläum. 75 Jahre ist es her, dass der Dienst der ersten Kraschnitzer Diakonissen in Stendal am Johanniter-Krankenhaus begann. Anfang 1945 waren mehr als 130 Diakonissen aus dem Schlesischen Kraschnitz nahe Breslau auf die Flucht gegangen. Sie sammelten sich am Dresdner Mutterhaus, zogen weiter nach Halle und wurden an diversen Orten eingesetzt, so auch in Stendal. Dann begann ein neues Stück Kontinuität. In Stendal entwickelte sich eine feste Gemeinschaft mit etwa 100 Schwestern. Weit im Westen hatte sich ein anderer Teil der Schwesternschaft in Mettmann, nahe Düsseldorf, zusammengefunden und arbeitete dort am evangelischen Krankenhaus.
Jetzt, 75 Jahre später, wurde in einer Andacht durch Superintendent Michael Kleemann an den aufopferungsvollen Dienst erinnert, an die beengten Verhältnisse und die gelebte Barmherzigkeit, die die Diakonissen auf ihre je persönliche Art innerhalb und außerhalb des Krankenhauses lebten. Sie waren auch im Evangelischen Kindergarten in Stendal und in der Frauenhilfe tätig sowie als Gemeindeschwestern – unterwegs mit dem Fahrrad oder dem mit einem Benzinmotor angetriebenen „Hühnerschreck“.
Schwester Elfriede Heiduk (98) wurde zum 70. Einsegnungsjubiläum nachträglich gratuliert. Sr. Ursel Feller (90) erhielt nachträgliche Gratulationen als jüngste der drei Schwestern, die ihr neues Lebensjahrzehnt zu Coronazeiten begonnen hatten. Olga von Bismarck vom Johanniterorden Berlin verlas ein Grußwort. Sie und ihr Mann, Ulrich von Bismarck, aktuell durch eine Auslandsreise verhindert, hatten schon in den siebziger und achtziger Jahren enge Verbindungen nach Genthin und Stendal ans Krankenhaus und zu den Diakonissen gepflegt. Olga von Bis-marck erinnerte an die eindrücklichen Besuche, die große Geduld und Menschenfreundlichkeit der Diakonissen, die immer Ruhe und Vertrauen ausstrahlten. So sei sie immer tief bewegt wieder nach Berlin aufgebrochen. Die Johanniter verdankten den Kraschnitzer Diakonissen so viel.
Zugleich wurden in der Andacht neue Ehrenamtliche des ambulanten Hospizdienst (AHD) Stendal vorgestellt, die im Jahr 2020 unter Corona-Bedingungen ihren Kurs abgeschlossen hatten. Zudem waren weitere Ehrenamtliche des Kinder- und Jugendhospizdienstes Altmark präsent, die 2021 fertig wurden. Auch wurden Ehrenamtliche nach vorn gebeten, die den neu gegründeten ambulanten Hospizdienst Genthin-Jerichow-Havelberg tragen. Sie alle wurden durch Michael Kleemann für ihren Dienst gesegnet. Deutlich wurde, dass das Werk der Diakonissen von vielen jüngeren Kräften nun auf eine andere Weise fortgesetzt wird.
Die ambulanten Hospizdienste der Stiftung ADM wirken inzwischen in drei Landkreise hinein und dies spiegelt sich auch in der jüngsten Gründung des ostelbischen AHDs wider. Damit setzt die Stiftung auch ein Zeichen von Präsenz und Nähe in einer strukturschwachen Region. Wege werden kürzer und die Erreichbarkeit besser. Haupt- und Ehrenamtliche setzen sich so für eine starke gesundheitliche Versorgung am Lebensende auch in den ländlichen Gebieten ein.
Für 25 Jahre Dienst wurde Schwester Jana Kaminski mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet. Gleich nach ihrer absolvierten Ausbildung kam sie zur stationären Hospizarbeit und hat seit vielen Jahren die Position der stellvertretenden Pflegedienstleitung inne.
Pfarrer Ulrich Paulsen dankte als Vorstand der Stiftung ADM allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden für ihr beständiges Engagement. Bei schönstem Sonnenschein kamen Nachbarn und viele, die dem Mutterhaus und der Hospizarbeit in Stendal verbunden sind, zusammen. Manch einer fragte schon, wenn das nächste Fest hinter dem Hospiz in der Karl-Wernecke-Straße stattfindet. Das ist inzwischen schon eine gute Tradition in der Weihnachtszeit, draußen mit Bläsern, Zelten, Altar, Krippe und vielem mehr.

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