12 Uhr Mittagsgebet in der Reglerkirche Sankt Augustinus
„Heilig bist DU, Ursprung der Welt – Heilig bist DU, Ziel aller Wege – Heilig bist DU, ewige Gegenwart.“
11.55 Uhr. Die große Glocke läutet. In der Mitte das Tages. Die Apostelglocke mit ihrem Grundton Des. Sie lädt ein. Im Südturm hängt sie. Gegossen 1602. Ein warmer, wohliger Klang aus Jahrhunderten. Auf dieser Glocke steht: „Zur Versammlung der Christten(!) ruff(!) ich. Das sie mit Hertzen(!) und Sinne und Mund Gott loben und preisen zu aller Stund, so offt(!) sie leuten(!) hoeren der Aufferstehung(!) erinnert werden.“
Dann wird es 12 Uhr.
Im Hohen Chor, dem alten Gestühl des ehrwürdigen Gotteshauses, vor dem Kleinod von Altar wird gebetet. Die Kerze ist entzündet. Jeder Tag hat seinen eigenen Schwerpunkt. Orientiert an der Ordnung des Evangelischen Gesangbuches. So hat es ein kleiner Kreis bereits 2025 ausgearbeitet. Schöpfung, Arbeit, Frieden und das Gebet füreinander. Am Mittwoch ist die Schulstiftung zu Gast und gestaltet.
Die Betenden halten inne. Ganz nach Worten Dietrich Bonhoeffers, wobei er sich an Luther orientiert: „Gebet kann niemals eine Beschwörung Gottes sein, wir brauchen uns vor ihm nicht mehr darzustellen. Wir dürfen wissen, daß er weiß, was wir bedürfen, ehe wir darum bitten. Das gibt unserem Gebet größte Zuversicht und fröhliche Gewissheit.“ Das Gebet ist auf Gott gerichtet und keinem Zweck unterworfen.
Die Teilnehmer schweigen in der Gebetszeit. Nach der Lesung der Herrnhuter Tageslosung. Kostbar ist das Schweigen. Eine Zeit der Stille. Schönheit der Ewigkeit. In der Mitte des Tages. Das Herz wird zum offenen Raum. Gleichklang des Atems und des Lebens. Umgeben von einer lauten Stadt. Was für ein Geschenk. In der der Stille wächst eine wunderbare Kraft der Klärung, der Reinigung und der Sammlung.