Landesgartenschau Burg: Bilanz nach 170 Tagen Kirchenpavillon
Neue Gemeinde gewachsen

Nach 170 Tagen schließt am 7. Oktober der Kirchenpavillon auf der Landesgartenschau (Laga) in Burg – für die Kirchen in der Stadt könnte, angestoßen durch die Laga, aber ein neues Kapitel beginnen. Von April bis Oktober haben sie gezeigt, was es heißt, Christ zu sein. Evangelische, katholische, reformierte, adventistische und neuapostolische Christen haben mit Unterstützung vieler Partner aus Kirche und Diakonie nicht nur die Vielfalt des Glaubens gezeigt, sondern sich vor allem Zeit genommen für die Menschen, die den Kirchenpavillon besucht haben.
»Da ist über die Grenzen der Gemeinden hinweg eine Art neue Gemeinde gewachsen«, bilanziert Nicol Speer, Projektkoordinatorin des Kirchenkreises Elbe-Fläming für die Kirchen auf der Landesgartenschau. Diese ökumenische Gemeinschaft sowie deren Stärke und Dynamik wolle man nutzen, zum Gewinn für die Stadt. Dabei ist das Konzept der Kirchen für die Laga so simpel wie wirkungsvoll gewesen: »Wir schenken den Menschen Zeit, ohne Bedingung, ohne Hemmschwelle«, sagt Nicol Speer. Rund 100 Ehrenamtliche schenkten den Gästen der Gartenschau ihre Zeit, luden zu Kaffee und Gesprächen ein, hörten zu und sprachen vom Glauben.
Viele ließen sich einladen, verweilten länger als geplant. Täglich feierten die Menschen miteinander Andachten, dazu kamen regelmäßig 20 bis 30 Gäste.
Die Debatten darüber, wie dies fortgesetzt werden kann, auch wenn der Kirchenpavillon in den Ihlegärten abgebaut ist und wieder Alltag herrscht in Burg, haben gerade begonnen: »Gottesdienst plus« oder Gesprächsangebote während des Wochenmarkts sind erste Ideen. Eine Erfahrung ist: Um über Gott und die Welt zu sprechen, muss man nicht zwangsläufig in einem Kirchengebäude sitzen, sondern kann auch dorthin gehen, wo die Menschen sind. Dass dies auf der Laga gelungen ist, ist auch dem Ort zu verdanken: In den frei zugänglichen Ihlegärten wurde der Kirchenpavillon, der einer aufgeschlagenen Bibel gleicht, aufgebaut. »Nah genug dran an der Stadt, aber doch eine Oase«, sagt Laga-Koordinatorin Speer.
Auch die Kooperation mit der Laga GmbH lobt der evangelische Kirchenkreis. Vom Anfang bis Ende war man eingebunden, auch auf der Hauptbühne, wo am Wochenende der große Erntedankgottesdienst gefeiert wurde. Zum Abschluss gibt es an diesem Sonntag noch einmal einen ökumenischen Gottesdienst unter katholischer Leitung, Musik, eine Versteigerung – und natürlich viel Zeit für gute Gespräche. (G+H)

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Online-Redaktion aus Weimar

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