Wort zur Woche
Wenn Gäste länger bleiben

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.
 Epheser 2, Vers 19 

Von Martin Olejnicki, Pfarrer in Bernburg OT Preußlitz

Gäste zu haben ist etwas Schönes, wie ich finde. Aber das sieht sichaer jeder anders. Ich jedenfalls freue mich, wenn das Haus voll ist und ich den Leuten etwas anbieten kann. Aber ich freue mich dann auch, wenn der Trubel wieder vorbei ist, der Alltag einkehrt.
Gäste dürfen sich gerne wie zu Hause fühlen, denn sie sind ja bald wieder weg. Wenn sie dann aber länger bleiben wollen oder müssen, dann beginnt eine spannende Phase. Hier ist viel Gespräch nötig, um miteinander auszuhandeln, was geht und was nicht. Jeder bringt etwas von sich ein und jeder muss viellicht etwas aufgeben, damit das Zusammenleben gelingen kann.
Ich stelle mir gerade vor, wie schwierig dieses Aushandeln mit den Heiligen als Hausgenossen sein muss. Die wohnen ja schon so lange da und beanspruchen sicher besondere Rechte für sich. Und wie empfänglich sie für Argumentationen mit dem Weinberggleichnis ihres Herrn sind, kann ich nicht beurteilen. Klar ist aber: Wenn jemand neu dazukommt, dann stört er das eingespielte System. Er zwingt alle, ihre Rolle und ihren angestammten Platz zu verlassen oder wenigstens zu überdenken.
Der Konflikt ist quasi unvermeidlich und wir bemerken ihn auch in unserem Land. Im Großen mit den Eingewanderten, aber auch im Kleinen, wenn ein Kind in einer Familie geboren wird. Immer kommt jemand Neues hinzu und das bedeutet Veränderung. Das kann man gut finden, wenn man Lust am Neugestalten hat, und man kann es hassen, wenn man eine eher auf Beständigkeit angelegte Persönlichkeitsstruktur hat. Aber verhindern kann man es nicht. Es wird eine interessante Diskussion geben mit den Heiligen, die neue Mitbürger bekommen haben.
Den Unterschied in diesem Konflikt macht der Hausgenosse, der dabei ist: Gott. Er ist ein Gott, der Veränderung möglich macht, der begleitet, tröstet und liebt. Mit ihm ist Streiten in Liebe möglich. Darum sollten wir auch im Streit in unserem Land viel mehr auf ihn schauen und vertrauen.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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