Vertrautheit trotz Barrieren

Miteinander essen, reden und beten: Die gemeinsame Zeit beim Jugendbegegnungsaustausch machte schnell aus Fremden Freunde.
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Am Tansaniasonntag, 21. Mai, ist die Kollekte für die Republik in Ostafrika bestimmt. In Mühlhausen pflegt man seit Langem gute Kontakte dorthin.

Von Anke Pfannstiel

Die deutschen Jugendlichen sind konzentriert bei der Sache. Schnellstmöglich wollen sie den Tanz lernen, den ihre Gäste aus ihrem Heimatland mitgebracht haben. »Zeigt uns die Schritte«, bitten sie auf Englisch. »Schritte? Welche Schritte? Wir zählen nicht, wir tanzen«, kommt es von den Tansaniern zurück. Und, auch wenn es die Deutschen nicht für möglich gehalten hätten, so ohne »Gebrauchsanweisung«, kurz darauf tanzen alle unbeschwert und harmonisch miteinander. Es sollen noch viele derartige Momente folgen in den 15 gemeinsamen Tagen, Augenblicke, in denen sich Hemmungen, Barrieren in Sprache und Kultur, in Luft auflösen. Der Besuch von sieben jungen Menschen und ihrem Jugendpfarrer aus Tandala in Tansania ist das Ergebnis eines lang geplanten Austausches mit dem Kirchenkreis Mühlhausen.
Die Anfänge liegen 30 Jahre zurück, als der heutige Referent für Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, Micha Hofmann, bei der Diakonen-Ausbildung in der Evangelischen Stiftung Neinstedt zwei Tansanier kennenlernte. »Wir besuchen euch mal«, sagte man sich zum Abschied, wohl wissend, dass die politischen Umstände dies damals unmöglich machten. 1991 folgte der erste Besuch in dem ostafrikanischen Land. Der Kontakt blieb über die Jahre bestehen – und der gemeinsame Traum, einen Jugendbegegnungsaustausch ins Leben zu rufen.
2016 ein erneuter Besuch in Tansania, am Palmsonntag dieses Jahres schließlich landeten sieben Tansanier im Alter von 18 bis 25 Jahren und ihr Betreuer, um die folgenden gut zwei Wochen mit sieben gleichaltrigen Deutschen in Mitteldeutschland zu verbringen.
»Es war für uns alle überwältigend, wie schnell die anfängliche Scheu und Unsicherheit verflogen waren, wir locker und offen miteinander umgingen. Schon als wir uns am ersten Abend zum Feedback um den Altar versammelten, fühlte es sich so an, als ob wir schon eine Woche zusammen wären«, erzählt Teilnehmer Benedikt Nitsch. Und das, obwohl neben der Sprachbarriere – die Verständigung lief auf Englisch, mit Gesten, Händen und Füßen – kulturelle Unterschiede offenkundig wurden.
Da war zum Beispiel die Geschichte eines Tansaniers, Anfang 20, der Labortechniker werden will, auch das Zeug dazu hat, in seiner Heimat aber als Eierverkäufer arbeitet, um seiner jüngeren Schwester die Schulausbildung mit zu finanzieren. Oder die einer jungen Näherin, zweifache Mutter, die das Schicksal vieler junger Tansanierinnen teilt, vom Mann verlassen im gesellschaftlichen Ansehen weit unten zu stehen. »Es sind nicht nur Annehmlichkeiten wie fließendes warmes Wasser, die nach solchen Begegnungen das eigene Leben in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen«, sagt Teilnehmerin Elisabeth Dauphin. Und auch zum Nachdenken über die Art, den christlichen Glauben zu leben, regten die Begegnungen an.
Vieles wurde angestoßen, in den Teilnehmern beider Seiten bewegt. »Nun besteht die Herausforderung, dass es im Alltag nicht gleich wieder flöten geht. Auch deshalb ist es wichtig, dass wir den Kontakt weiter pflegen«, sagt Benedikt Nitsch.
Nachhaltig soll der Austausch sein: Ein Gegenbesuch ist bereits geplant und zwei der deutschen Teilnehmerinnen werden sich sogar für ein freiwilliges soziales Jahr in Tansania beim Leipziger Missionswerk bewerben.

www.lmw-mission.de

Miteinander essen, reden und beten: Die gemeinsame Zeit beim Jugendbegegnungsaustausch machte schnell aus Fremden Freunde.
Benedikt Nitsch, Elisabeth Dauphin und Jugendreferent Micha Hofmann
Autor:

EKM Süd aus Weimar

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