Gemeinsam die Freude am Gottesdienst wiederentdecken

Die biblischen Texte im Blick hatten die Teilnehmer des Sakristeigesprächs.
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Umstrukturierung des Pfarrbereichs: Kirchengemeinde Thamsbrück sieht Chancen für einen Neubeginn

Von Anke Pfannstiel

Hat der Gottesdienst vielerorts verloren in der unerschöpflichen Konkurrenz der Freizeitangebote? Dieser Frage gingen gut ein Dutzend Interessierte im jüngsten Sakristeigespräch im Pfarrbereich Bad Langensalza nach. Zum vierten Mal fand es als Gemeinschaftsprojekt mit dem Bibelzentrum in Thamsbrück statt – eine Gemeinde, die erst seit gut einem dreiviertel Jahr dem Pfarrbereich Bad Langensalza zugeordnet ist.
Eben jener Wechsel hat dem überschaubaren, aber engagierten Kreis an Gemeindemitgliedern deutlich gemacht: Wir wünschen uns, dass sich etwas verändert in unserem Gottesdienst. Lasst uns die Dinge durchdringen und neu erschließen – so, dass uns das gemeinsame Feiern wieder mehr Freude macht.
Unterstützung und Zuspruch fanden sie bei Dirk Vogel, Pfarrer von Bad Langensalza und mithin auch ihr »Neuer«. Erstes Ergebnis war nun der Gesprächsabend, der als Einführung in das Geheimnis des christlichen Gottesdienstes überschrieben war.
Um sich diesem spannenden, vielschichtigen Thema zu nähern, nahm Pfarrer Vogel die biblischen Texte in den Blick – genauso also, wie dereinst die Reformatoren die Sache angingen. Zugleich bezog er außerbiblische Quellen, Erkenntnisse aus Archäologie, Theologie und Kulturwissenschaften ein; Möglichkeiten, die die Reformatoren noch nicht hatten.
So verstand es Dirk Vogel, Entwicklung und Bedeutung der gottesdienstlichen Elemente sowie Wechselwirkungen zwischen christlichen und jüdischen Traditionen nachzuzeichnen –
ohne den Verweis darauf, dass längst nicht alles geklärt sei, zu vernachlässigen.
Als Fazit stand ein Spannungsfeld, in dem sich die Gottesdienstgestaltung bis heute bewegt: zwischen zelebrierter, alle Sinne ansprechender Messe auf der einen und bisweilen nüchtern-erklärendem Predigt-Gottesdienst auf der anderen Seite. Und damit traf er einen Nerv bei den Anwesenden, die als katholische und evangelische Christen der Region ihre Sichtweisen einbrachten: »Ich vermisse das Hochgefühl, mit dem ich früher aus dem Gottesdienst hinausgegangen bin. Die würdevolle Atmosphäre in der Gemeinschaft ist mir verlorengegangen«, hieß es da beispielsweise. »Mir fehlt die Spiritualität, wie ich sie vor allem noch im Abendmahl finde«, lautete eine andere Erfahrung.
Aber auch: »Mich faszinieren die alten Worte der Psalmen immer wieder; diese Erkenntnis: die hatten damals die gleichen Probleme wie ich.« Oder: »Die Musik im Gottesdienst, speziell das gemeinsame Singen, berührt mich zutiefst.«
Miteinander nachspüren, was für den Einzelnen im Gottesdienst den Himmel aufgehen lässt und die Elemente im Ob und Wie einer Prüfung unterziehen, das hat sich die Thamsbrücker Gemeinde als nächsten Schritt vorgenommen – denn für sie wie auch ihren Pfarrer Dirk Vogel steht fest: Teile von Traditionen zu verlieren ist schlimm, doch noch schlimmer wäre es, die Menschen zu verlieren, die auf der Suche nach einer lebendigen Gemeinschaft mit Gott sind.

Autor:

EKM Süd aus Weimar

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