Wo Kinder im Mittelpunkt stehen

Festtag: Sie war die erste in Anhalt. Jetzt besteht die Evangelische Grundschule in Köthen seit 20 Jahren.

Von Sylke Hermann

Wenn dieses Jubiläum hinter ihr liegt, fällt Anja Albrecht vermutlich ein Stein vom Herzen. Seit Wochen, gar Monaten kümmert sie sich mit vielen Helfern um die Vorbereitung dieses besonderen Tages. Es soll ein schönes Fest werden. 20 Jahre Evangelische Grundschule Köthen – ein Grund zum Feiern. Am 27. September beging die Grundschule in Trägerschaft der Landeskirche Anhalts den runden Geburtstag: mit einem Festgottesdienst in der benachbarten Kirche St. Agnus und mit einem Tag der offenen Tür. »Wir wollen zeigen, was für eine tolle Schule wir sind. Jeder, der Lust hat, uns kennen zu lernen, ist herzlich willkommen«, lud Anja Albrecht ein.
179 Mädchen und Jungen der ersten bis vierten Klasse besuchen die Schule mit christlichem Profil. Evangelisch bilden – mit Verstand, Gefühl und Respekt: Das steht in diesem Haus über allem. Und auch die Goldene Regel aus der Bibel, unübersehbar an der Schulhofwand von Kunstmaler Steffen Rogge verewigt, lebt man hier: Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest.

Warteliste für die nächsten drei Jahre

Seit 2003 unterrichtet Anja Albrecht an der Schule, seit 2014 leitet sie diese. »Wir versuchen hier, unseren Kindern ein christliches Menschenbild zu vermitteln.« Geistliches Leben wird unter anderem in den täglichen und wöchentlichen Morgenandachten, Tischgebeten und Schulgottesdiensten gelebt. Dabei werden alle in die Vorbereitung und Durchführung einbezogen. Religionsunterricht hat an der Schule jedes Kind verpflichtend. Über die Rahmenrichtlinien des Landes Sachsen-Anhalts hinaus bekommen die Mädchen und Jungen das Evangelium vermittelt. Und auch in anderen Fächern spielen christliche Themen eine entscheidende Rolle, sie prägen die Unterrichtsgestaltung.
Man sei »ein Ort des Lebens und des Lernens«, beschreibt Anja Albrecht. Man pflege ein gutes, ein christliches Miteinander. Schüler, Pädagogen und Mitarbeiter, Eltern, Hort, die evangelischen Kirchengemeinden, der Schulträger, der Förderverein – viele hätten in den vergangenen zwei Jahrzehnten ihren Anteil daran, dass sich die Schule so positiv entwickelt habe.
Auf ihrer Internetseite rät die Schule, Eltern mögen ihre Kinder so früh wie möglich anmelden, am besten unmittelbar nach der Anmeldung in einer Kindertagesstätte. Anja Albrecht kann das nur untermauern. Die Nachfrage der Eltern, ihre Töchter und Söhne hier einzuschulen, sei sehr groß. Bereits heute existiere eine Warteliste für die Jahre 2020 und sogar schon für 2021. Und das, obwohl man an der Evangelischen Grundschule Köthen Schulgeld zahlt. Im Jahr 2001 erhielt die Schule ihre staatliche Anerkennung. Die Einbindung in die Schulgesetzgebung verpflichtet die Ver-antwortlichen, bestimmte Vorgaben hinsichtlich Schulorganisation und Leistungs-bewertung einzuhalten.
Die Evangelische Grundschule Köthen unterscheidet sich von anderen darin, »dass wir in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern vom Menschenbild der Bibel ausgehen«, erläutert Anja Albrecht. Was bedeutet das? Die Achtung des anderen mit all seinen Stärken und Schwächen, seinen individuellen Besonderheiten. Das Kind annehmen, so wie es ist. Vertrauen und Zutrauen sind wichtige Eckpfeiler der schulischen Arbeit. Offenheit und Aufrichtigkeit werden groß geschrieben. Rücksichtnahme und Mitverantwortung prägen das Zusammenleben in der christlichen Schulgemeinde. Das Konzept hat in den vergangenen 20 Jahren viele Anhänger gefunden. »Wir vermitteln Prinzipien und Formen selbstständigen Lernens«, betont die Schulleiterin. Dabei berücksichtige man den Entwicklungs- und Lernstand eines jeden Kindes und reagiere darauf mit einer differenzierten Unterrichtsgestaltung. Die Mädchen und Jungen würden dabei nicht zuletzt lernen, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu unterstützen. Anja Albrecht ergänzt: »Lernen mit Kopf, Herz und Hand heißt für uns, das Kind in den Mittelpunkt zu stellen, nicht den Unterrichtsstoff oder den Lehrenden.«
Am 27. September könnte es allerdings sein, dass einmal nicht die Kinder im Mittelpunkt stehen, sondern Johannes. »Johannes ist unser neues Schulmaskottchen«, informiert Anja Albrecht. Johannes gibt es in verschiedenen Situationen: mit Büchern, mit der Schreibfeder, mit Ranzen auf dem Rücken oder sportlich mit Hanteln. Johannes ist eine Erfindung von Steffen Fischer, der den Köthenern schon den »Halli«, das Stadtmaskottchen, beschert hat. Er zeichnete Johannes, der nun offiziell zum Geburtstag vorgestellt wird. Und die Schule mit Sicherheit in den kommenden Jahren intensiv in allen Lebenslagen begleiten wird.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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