Hilfreiche Begleiter auf dem letzten Weg

Bernburger Hospizdienst sucht weitere ehrenamtliche Mitarbeiter

Von Angela Stoye

Seit einem Jahr ist Ines Eschberg ehrenamtliche Mitarbeiterin beim ambulanten Hospizdienst der Kanzler von Pfau’schen Stiftung Bernburg. Vier Menschen hat sie schon in ihrer letzten Lebensphase begleitet. Zuletzt eine alte Dame, die im Heim lebte, nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen konnte und deren einziges Kind nicht mehr in Deutschland lebte. Zwar dauerte die Begleitung bis zum Tod der Patientin nur drei Wochen. Dennoch haben die Besuche an jedem zweiten Tag und die nonverbale Kommunikation eine Verbindung entstehen lassen, die den Abschied schwer machte. Ines Eschberg ist medizinisch-technische Laborassistentin mit einer Fachweiterbildung für Onkologie und Palliativmedizin. »Ich finde es schlimm, wenn Menschen schwer krank sind, keiner da ist oder keiner Zeit für sie hat zum Reden oder nur, um bei ihnen zu sitzen«, begründet die Bernburgerin ihren Schritt, beim Hospizdienst mitzuarbeiten. Seit dem Jahr 2003 gibt es diesen Dienst in Bernburg und Umgebung. Zurzeit begleiten etwa 20 Ehrenamtliche Menschen in ihren letzten Lebenswochen, -tagen oder -stunden. Sie entlasten mit ihren regelmäßigen Besuchen auch die Angehörigen. Für die pflegerische und palliativmedizinische Versorgung des Sterbenden sind andere Dienste zuständig. Für letztere gibt es das Medizinische Versorgungszentrum in den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg-Cracau. Es hat die Aufgabe, ein regio­nales palliatives Netzwerk für Magdeburg sowie den Salzland- und den Bördekreis aufzubauen und damit die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) zu sichern. In Bernburg übernehmen drei Ärzte die ganzheitliche und lindernde Versorgung am Lebensende.
Eine von ihnen ist Christina Huschenbett. Sie beobachtet immer wieder, dass schwer Kranke mehr leiden, wenn ihr familiäres Umfeld nicht gut funktioniert. Und bei der nächsten Visite, dass die Patienten ausgeglichener sind, wenn sie menschliche Zuwendung erhalten. »Ehrenamtliche können hier viel abfangen«, sagt sie.
Den Kontakt zwischen Patienten und den Hospizhelfern stellt die Koordinatorin des Hospizdienstes, Angelika Börstler, her. Die gelernte Krankenschwester besucht nach der Bedarfsmeldung durch das SAPV-Team den Sterbenden, um den Umfang der Begleitung abzusprechen, und sucht dann einen passenden Ehrenamtlichen aus. »Die Ehrenamtlichen benötigen nach einer Begleitung eine Pause«, sagt sie. Deshalb sucht sie weitere Frauen und Männer in Aschersleben, Bernburg und Staßfurt, die als ambulante Hospizhelfer Menschen das letzte Stück ihres Lebensweges begleiten möchten.

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