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Grün ist die Hoffnung: Viele Absolventen der Ehrenamtlichen-
Ausbildung erhalten zum erfolg­reichen Abschluss ein T-Shirt, mit dem sie schon von weitem als Teamer zu erkennen sind.
  • Grün ist die Hoffnung: Viele Absolventen der Ehrenamtlichen-
    Ausbildung erhalten zum erfolg­reichen Abschluss ein T-Shirt, mit dem sie schon von weitem als Teamer zu erkennen sind.
  • Foto: evangelischejugend.de
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Selbsterfahrung und Unterstützung: Seit 2012 bietet das Pädagogisch-Theologische Institut der EKM mit der Kinderleitercard eine Gruppenleiterausbildung für 12- bis 15-Jährige. Ein Erfolg: Im Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach haben kürzlich 30 Jugendliche ihre »Kileica« erhalten.

Von Milina Reichardt-Hahn

Pfarrer und Jugendreferenten kennen ihn vermutlich, den Witz von der Fledermaus-plage unter dem Kirchturmdach: Wenn nichts anderes mehr hilft, um die Tiere loszuwerden, muss man sie nur konfirmieren. Dann verschwinden sie und kommen garantiert nicht zurück. Ähnlich mysteriös verlieren Kirchengemeinden oft ihre jungen Leute, kaum dass die älter werden. Vom genauen Gegenteil erzählt jedoch Ingrid Piontek. Sie hat als Gemeindepädagogin im Kirchenkreis Mühlhausen mehr als 20 Jahre lang mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet.
»Kann ich nicht noch hierbleiben?«, wurde sie regelmäßig von den Kindern gefragt, die wegen ihres Alters ihre Gruppe hätten verlassen müssen. Ein Luxus, wie Ingrid Piontek heute sagt. Damals verteilte sie Aufgaben an diese Kinder, bezog sie in die Gestaltung der Gruppe mit ein. Ein doppelter Nutzen, der sich seit 2012 noch dazu in der gesamten Landeskirche vervielfacht. In diesem Jahr startete Piontek, mittlerweile Dozentin am Pädagogisch-Theologischen Institut der EKM und der Evangelischen Landeskirche Anhalts, mit Kollegen die erste Multiplikatoren-Schulung für die Kinderleitercard, eine Gruppenleiterausbildung für 12- bis 15-Jährige. Zusammen mit dem Kinder- und Jugendpfarramt der EKM sowie Praktikern aus der Kinderarbeit hatte das PTI dieses Format zuvor erarbeitet. Es baut auch auf Pionteks früherer Erfahrung auf, dass die jungen Leute sich einbringen wollen, dass sie begeistert, sogar stolz bei der Sache sind, wenn sie merken, dass sie mit ihrem Beitrag ernst genommen werden.
Im Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach zum Beispiel hat sich das genau so entwickelt: Teamer sein, vielleicht sogar bei der »Konfiflotte« in die Niederlande, ist für die Jugendlichen etwas »Cooles« geworden. Beim Gottesdienst in Rosa, wo die Abschlüsse gefeiert wurden, konnte Ulrich Lieberknecht, Superintendent des Kirchenkreises, mehr als 30 jungen Menschen gratulieren. Sie sind davon überzeugt, dass die Ausbildung ihnen fürs Leben hilft. »Weil ich auch Teamkäpt’n in der Schule bin«, sagt Isabell Leutbecher aus Frankenheim. »Weil ich Jugendleiter im Jugendclub in Sünna werden soll«, sagt Dominik Melzer. Er wisse jetzt, wie er mit Konflikten in einer Gruppen besser umgehen könne. Nadja Ramisch hat wie mehrere Teilnehmer beide Ausbildungen absolviert. »Man lernt viel über die Verhaltensweisen der Menschen, über Kommunikation. Es ist auch angewandte Psychologie, was man da macht.« Neben Lerninhalten wie Bibel- und Erzählkunde werde aber auch aufs Spielen Wert gelegt, sagt Gemeindepädagogin Doris Gerhardt. Sie hofft, dass die Kirchengemeinden nun auch auf die Kompetenzen zurückgreifen, die sich die Jugendlichen erarbeitet haben, dass sich Hauptamtliche z. B. melden, wenn sie für Fahrten oder Veranstaltungen Unterstützung brauchen.
Nur: Als Lückenfüller, als reine Arbeitserleichterung sollen die Ausgebildeten nicht verstanden werden, schreibt Initiatorin Ingrid Piontek im Vorwort zur Arbeitshilfe für die Kileica. Auch weil die Kinder und Jugendlichen selbst noch in der Persönlichkeitsentwicklung stecken. Genau darum bestehe der Kileica-Kurs zum großen Teil aus Selbsterfahrung – »um ihnen einen fehlerfreundlichen Raum zum Sich-Ausprobieren anzubieten«. Wer solch einen Raum in seiner Kirchengemeinde findet, kommt höchstwahrscheinlich weniger auf die Idee, sie fluchtartig wie eine Fledermaus zu verlassen. »Die Gemeinde, auf der anderen Seite, wird bunter durch die jugendlichen Mitarbeiter«, sagt Ingrid Piontek. Gemeindepädagogin Doris Gebhardt machen sie auch Hoffnung: »Wenn die Kirche solche Jugendlichen hat, braucht sie sich keine Sorgen um die Zukunft zumachen«, sagt sie über ihren Kurs.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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