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POP-UP-KIRCHE in Dessau
Positive Zwischenbilanz nach zwei Monaten

Sie ist ein Experiment, die POP-UP-KIRCHE, die am 18. August in Dessau eröffnet wurde. Mitten in der Stadt, an einer großen Kreuzung in der Nähe des Bauhausmuseums. Die Räumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss eines Geschäftshauses. Geplant ist, sie bis Februar 2027 zu öffnen. Ein Drittel der Zeit ist also vorbei. Gelegenheit für eine Zwischenbilanz im Gespräch mit Hana Denecke und Katja Plogsties. Die Gemeindepädagoginnen kümmern sich federführend um die Angebote in der POP-UP-KIRCHE.

Was war das erstaunlichste Erlebnis für Euch bisher in der POP-UP-KIRCHE?

Hana: Die Kinder haben das Beten schon nach kurzer Zeit als geliebtes Ritual eingefordert. Darüber habe ich gestaunt. Schön finde ich auch, dass inzwischen ein Kind des islamischen Glaubens der Gruppe angehört.

Katja: Wir haben bis jetzt wirklich aus allen Gemeinden egal wie weit aus der Innenstadt entfernt Familien erreichen können. Das finde ich ganz wunderbar. Auch zum Seniorenfrühstück kommen Menschen aus Törten, also aus dem Dessauer Süden, was mich sehr glücklich macht.

Welche Angebote werden besonders gut angenommen?

Hana: Besonders gut angenommen werden die Kirchenkids, das Seniorenfrühstück und auch inzwischen die Kirchenteens.

Gibt es auch Angebote, die nicht so funktionieren, wie Ihr dachtet?

Katja: Leider haben wir auf die „Krabbelgruppe“ keinerlei Resonanz.

Lässt sich schätzen, wie viele Menschen die Pop-up-Kirche bisher besucht haben?

Katja: Wir haben eine stabile Gruppengröße von 20 Personen unterschiedlichsten Alters je Gruppe.

Hana: Es kommen auch drei Gruppen der Evangelischen Singschule. Sie nutzen die Räumlichkeiten am Mittwoch.

Ihr seid mit der POP-UP-KIRCHE mitten in Dessau in Räumen an einer vielbefahrenen Kreuzung. Welche Vorteile hat der Standort - und welche Nachteile?

Hana: Die Vorteile sehe ich in der hohen Frequenz und Sichtbarkeit: Hier werden täglich Pendler, Fußgänger, Autofahrer, ÖPNV-Nutzer ganz nebenbei auf die Kirche aufmerksam, die sichtbar in Bewegung ist.

Katja: Die Hemmschwelle hereinzukommen, ist niedrig. Der urbane Raum bricht mit dem traditionellen "Kirchenschiff-Gefühl". Vorbeigehende können spontan und unverbindlich schauen, was hier passiert, ohne den Schritt über eine schwere Kirchentür wagen zu müssen.

Hana: Wir sind hier nah am echten Leben: Die Kirche ist dort, wo das Leben pulsiert – mit all seinen Sorgen, dem Trubel, dem Lärm und der Vielfalt. Das erleichtert es, Themen aufzugreifen, die die Menschen im Alltag wirklich bewegen.

Katja: Ein Nachteil ist sicher, die viele Ablenkung. Die visuelle und akustische Konkurrenz draußen ist enorm. Wer Plakate, Banner oder Aktionen plant, muss gegen die Reizüberflutung des Straßenverkehrs ankämpfen, um wahrgenommen zu werden.

Hana: Ein Problem sind auch die eingeschränkten Parkmöglichkeiten und die Erreichbarkeit. Paradoxerweise ist eine Kreuzung zwar gut sichtbar, aber die angrenzenden Gebäude oft schlecht erreichbar, wenn man kurz anhalten oder parken möchte z. B. für Materialtransporte oder ältere Besucher.

Katja: Außerdem können wir die Räume nicht allein für uns nutzen. Das ist manchmal ein Problem.

Welche Wünsche habt Ihr für die verbleibenden vier Monate?

Katja: Ich möchte einen Handarbeitskreis ins Leben rufen und einen regelmäßigen Treffpunkt für Senioren im 14-tägigen Rhythmus aufbauen.

Katja: Ich wünsche mir für die POP-UP-KIRCHE vor allem, dass sie bis zu den Sommerferien weitergeführt werden kann. Wir haben grad aus ganz Dessau Kinder vereint in einer Gemeinschaft die gegenseitig Trägt und von Gott getragen ist.

Autor:

Susanne Reh

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