der König kniet
Vorbereitung auf Epiphanias 2021

Anbetung durch die Könige (Sandro Botticelli - um 1476) gemeinfreies Bild aus der WIKIPEDIA
  • Anbetung durch die Könige (Sandro Botticelli - um 1476) gemeinfreies Bild aus der WIKIPEDIA
  • hochgeladen von Matthias Schollmeyer

Epiphanias naht. Die Messianität Jesu wird deutlich, singende Kinder und drei erst einmal umherirrende Gelehrte. Auch der kindeswohlgefährdende Betrügerkönig Herodes ist mit von der Partie. Und - nicht zu vergessen - Epiphanias ist das Fest zur Krippe weisender Gestirne. Ja, es gibt deutliche Zeichen am Himmel, welche den Weg und den Irrweg voneinander zu unterscheiden lehren. Jedenfalls kommen am Ende die gelehrten Sterndeuter endlich doch bei der einfachen Wahrheit des Bethlehemer Stalles an.

Wer in den nächsten Tagen abends an das westliche Firmament schaut, wird übrigens Zeuge der Begegnung von Mond und Jupiter werden. Viel Freude beim Suchen und Finden am Himmel. Da sind nur Wolken? Hinter den Wolken sind sie - hinter dem Horizont dessen, was wir zu sehen bekommen, geht es weiter. Genauso, wie sich nach dem Schrecken herodianischer Verhältnisse immer (wenn auch mit pünktlicher Verspätung) das ungläubige Staunen über die raffinierten Mechanismen ihrer Herrschaft einstellt. Man muss weiter sehen, als die Nebelmaschinen der Herrschaft gestatten. Wie oft schon brach nach dem Scheintod der Freiheit das Leben sich ganz neu eine Bahn. Lange verschließen sich viele dieser Erkenntnis. Und flüstern nur von jenen Dingen, welche in den Zeitungen verschwiegen werden. Plötzlich geht es dann anders herum. So ist das.

Und so sind es immer eher nur Wenige, die zu Epiphanias an der Krippe des Kindes niederknien. Die Kirche hat sich bezüglich einer Zahl auf DREI einigen wollen: Drei heilige Könige. Am 6.1.2022 werden diese drei beim Kanzler und seinem Bundespräsidenten anklopfen. Als Repräsentanten des gesamten bewohnten Erdkreises reichen drei aber völlig aus - denn der "People of Colour-König" muss für Vielfalt und Komplexität stehen. So hat alles seine Ordnung und nichts kann schiefgehen. Damals kamen diese wenigen, um zuerst beim Palast des Regionalkönigs Herodes anzuklopfen und danach an der Krippe des kleinen Pantokrators niederzuknien! Und es klopfen immer mehr an ... Zuerst aber waren die drei der Wellenbrecher für das Neue. Gut gemacht - ihr seid Könige!

Ebenfalls zum Niederknien ist jener Satz, welcher derzeit viel von sich reden macht. Aber auch hier scheiden sich die Geister. Die einen schmähen ihn, andere läsen gern mehr davon: »Es ist in keinem andern Heil, auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.«  Mit einem Blick nach oben findet man diesen Passus an der Kuppel des Berliner Humboldforums (ehemaliges Stadtschloss).

Leider scheint es  in Kreisen "akademischer Würstchen, Politclowns und Medienaffen" (Burkhard Müller-Ullrich) seit einiger Zeit zum guten Ton zu gehören, tote Könige schlecht zu reden. Wie dem auch sei - jedenfalls hat uns der auf dem Hohenzollernthron von 1840-1861 als frommer Mann walten wollende König Friedrich Wilhelm IV. diesen Berliner "Kuppeltext" aus dem Neuen Testament zusammengebastelt. Damit hat er sich einen Platz dicht unter den Sternen gesichert - denn alle reden nun über diesen seinen wichtigen Satz. In Stein gehauen mahnt er wie die leise raschelnden Papierstreifen tibetanischer Gebetsmühlen sein ewiges Mantra hinaus in alle Himmelsrichtungen. Friedrich Wilhelm IV. hat übrigens u.a. (wie auch schon sein Vorgänger F. W. III) dafür gesorgt, dass nach den Befreiungskriegen überall in Preußen Kirchengebäude instand gesetzt bzw. neu erbaut worden sind. Ist das nicht wunderbar?

Wirkliche Könige mussten nie, nein - sie wollten anbeten! Im Gegensatz dazu lassen jene, welche heute an Stelle von richtigen Königen vor die Throne drängen, sogar jeden Anschein eines  Gottesbezugs in der Vereidigungsformel dem Volk gegenüber weg. Ja - die Welt ist im Wandel. Und die Gesellschaft soll modern aussehen.

Gott sei Dank ist Epiphanias in Sachsen-Anhalt Feiertag geblieben. Der König kniet. So ist es richtig.

Autor:

Matthias Schollmeyer

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