Pfingsten 2021
der Geist Gottes

Ausgießung des Heiligen Geistes (Giotto di Bondone - um 1305)
  • Ausgießung des Heiligen Geistes (Giotto di Bondone - um 1305)
  • Foto: WIKIPEDIA - gemeinfrei
  • hochgeladen von Matthias Schollmeyer

Das liebe Pfingstfest war heran gekommen,
die Jüngerschaft  des HERRN vereint am Ort.
Man fühlt sich, seit der Meister ging, beklommen -

obwohl man weiß, er ist nicht wirklich fort ...
Doch plötzlich klangen Sang und holdes Brausen,
wie Sturm auf Harfensaiten im Akkord. 

Der Gottesgeist mit Singen und mit Sausen
erfüllt nun froher Melodie ihr Haus.
Gesessen eben in verschlossnen Klausen,

treibt jetzt des Geistes Kraft zum Tor hinaus.
Dort fallen Zungen - lodernd als von Feuer
und glitzernd wie das Rad des bunten Pfaus -

auf ihre Häupter und ganz ungeheuer
fing jeder so Beschenkte eifrig an,
davon zu reden, was ihm wert und teuer -

in vielen Sprachen - jedem wie er´s kann.
Jerusalem, die alte Königsstätte,
wo stets in tausend Völkern lebte man -

befragte sich, was zu bedeuten hätte,
der frommen Zungen Rede um die Wette.

Denn jeder hört die eigne Sprache klingen.
Sie staunen alle, Fragen werden laut:
„Vielfältig zwar - doch sinnvoll klingt das Singen

uns Leuten, die wir alle andrer Haut?
Wir können unser eignes Wort vernehmen -
als Parther, Elamiter, Mediaut,

Mesopatami Volk und die vom Jemen,
gen Pontus, Kappadozen, Asia,
Pamphylen und von Libyens Extremen ...

aus Rom, Kyrene und der Phrygia?
Der Juden Menge, Freunde samt Genossen,
Kreter und Pleter von Arabia:

Wir hören sie mit unsrer Zunge Glossen
die großen Taten Gottes loben hier.
Ist heute schon zu viel an Wein geflossen?“

So lacht sich’s durch die Gassen Tür an Tür.
Doch Petrus mit den Elfen hört die Fragen,
und ruft mit lauter Stimme: „Her zu mir!

Erfüllt ist alter Schriften Sang und Sagen,
die Deutung will ich selber vor euch wagen:

Ihr Leute von Jerusalem, mein Reden
lasst dringen Wort für Wort an euer Ohr.
Dass jene trunken wären, wollt nicht wähnen -

denn eben lugt der Morgen erst hervor.
Geschehen ist jedoch, was die Propheten
schon lang geweissagt haben uns im Chor:

‚So soll es sein am Ende des Planeten,
spricht Gott, da gieße ich von meinem Geist
auf eure Kinder aus, dass sie trompeten

und Neues künden - Träume sind´s zumeist.
Viel Wunder will ich schaffen, Zeichen geben -
und deuten, was das alles letztlich heißt.’

Aus Nazareth kam zu euch Jesus eben -
ein Mann, von Gott erwählt zu Wort und Tat.
Ihr wolltet ihm ein schlimmes Schicksal weben,

bedachtet böse Tat von früh bis spat.
Durch euch gemordet ward er. Doch begraben
blieb seiner Seele Kraft nicht unterm Rad.

Gott wollte auferweckt den Jüngling haben,
was unsre Hymnen euch zur Kenntnis gaben.

Nun er zum Himmel aufgenommen worden,
kam tröstend zu uns heut der Gottesgeist.
Vereint mit dem in seines Sohnes Orden

verweilt der Vater, wie die Schrift beweist:
Der Alte legt dem Filius zu Füßen
die Welt als Schemel, wie ein Psalm verheißt:

‚Wen ihr gekreuzigt habt, der ist bewiesen
als HERR in Ewigkeit und Gottes Sohn!’“
Sie hören zu, erst scheint sie´s zu verdrießen,

doch fragen bald die Ersten Petrus schon:
„Was sollen wir, ihr Männer, sagt, beginnen?“
„Nehmt an der Taufe Absolution!“

Lang predigt Petrus laut mit wachen Sinnen,
verheißt Vergebung aller Sündenlast.
Nach vielen Tränen reichlich Wasser rinnen -

weil Tausende das Taufbegehren fasst.
Beständig bleibend in derselben Lehre
hat keins das andre jemals mehr gehasst.

Gemeinschaft, Kelch und Brot. Und dann als Kehre:
Verkauf der Habe - Gott allein zur Ehre.

Autor:

Matthias Schollmeyer aus Wittenberg

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