Martin und Albert
zum 31.10.2021

Portal der Schlosskirche" Allerheiligen" zu Wittenberg (Gemeinfreies Foto aus der WIKIPEDIA «A.Savin, WikiCommons»)
  • Portal der Schlosskirche" Allerheiligen" zu Wittenberg (Gemeinfreies Foto aus der WIKIPEDIA «A.Savin, WikiCommons»)
  • hochgeladen von Matthias Schollmeyer

Ein Mann geht seinen Weg. In der Tasche vier Zwecken und den Hammer aus Eisen. Am Tor von Wittenbergs Allerheiligenkirche angekommen, werden ein paar Zettel entrollt. Man hört kurze Hammerschläge. Dann ist schon alles vorbei - oder fängt an. Vom dunklen Holz der Türflügel leuchtet Papier: Du sollst und du sollst nicht. Du könntest und kannst nicht. Du darfst und willst doch nicht. Du darfst nicht und du musst es doch!

Der Name dieses Mannes ist bekannt. Seine Hammerschläge fallen mit Halloween und allerlei lustigem Treiben zusammen. Danach folgen schnell Allerheiligen und Allerseelen, Hubertus und der gesamte November.

Ja, Luther (um keinen anderen handelt es sich nämlich) hat sich viele Feinde gemacht, hatte aber auch einflussreiche Freunde. Halb lebte der Mann in der sogenannten Wirklichkeit und halb in seiner eigenen Phantasie, die zu weiten Teilen aus Angst vor Hölle und Strafe bestand. Zugleich lebte er aber auch völlig und ganz in einem Trostbuch, das er sich und uns zur eigenen Freude neu übersetzte. Er aß und trank gern, sang und musizierte, nahm schließlich sogar ein Weib zu sich, mit dem er Kinder zeugte, welchen er später mahnende Briefe schrieb. War er nicht auch so etwas wie eine gelungene Mischung aus Homer Simpson und Ehm Welks Pastor Breithaupt?

Das Trostbuch jedoch blieb seine Bibel. Und die Wirklichkeit ist immer noch dieselbe, wie auch wir sie kennen. Freilich - die 95 Thesen - das sind einfach zu viele. Mit der zweiundsechzigsten wäre alles gesagt gewesen: „Der wahre Schatz der Kirche ist das heilige Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes.” Aber man sollte wahrscheinlich zusätzlich auch noch zwischen den Zeilen lesen können. Damals herrschten ja schwierige Zeiten, deshalb wohl ist es etwas mehr geworden. 

Albert Einstein traf anderes Glück. Er durfte sich kurz fassen - die siebzehnseitige (quasireformatorisch wirkende) Dissertation des jungen Ulmers aus dem 19. Jahrhundert lässt sich in der knappen Formel E = mc2 zusammenfassen. Ihre Wahrheit auf notwendige Reformationen an Kirchen und Staaten angewandt, lässt uns nicht schlecht über die zwei Variablen und eine Konstante tiefgründig sinnieren ...

Frage:Was passiert mit der Lichtgeschwindigkeit, wenn  genügend Energie die Massen ergriffen hätte?
Antwort:Nicht viel - bis gar nichts.

Richtig - die Welt ist nämlich ziemlich stabil konzipiert. Es gibt einige Konstanten, die sich nie verändern werden. Zum Beispiel: Der wahre Schatz der Kirche ist das heilige Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes.” Möge es so bleiben dürfen.

Autor:

Matthias Schollmeyer

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