Wort und Gleichnis
der Sämann

Zum Fest am Feiertag zieht miteinander
das Volk der Stadt hinaus ins offne Land.
Sie schauten Jesus bittend an, da wandt er

sich ihnen zu. Und segnet mit der Hand
die sich verbeugen, um gleich zu vernehmen,
wie Gott das Wort macht seinem Bild verwandt. 

„Ein Sämann wollte neulich sich bequemen,
zu streuen edle Körner auf das Feld.
Indem er säte, kam es zu Problemen,

wie überall in unsrer weiten Welt.
Manch Korn fiel auf den Weg und ward zertreten
als Fraß den Vögeln unterm Himmelszelt.

Auf Felsengrund fiel andres ungebeten,
ging auf, vertrocknete und gab kein Brot.
Nicht Wurzel fand sich ihm auf dem Planeten -

noch andres stürzt in wilder Hecken Not.
Die Qual war groß - die Dorne triumphierte
und bog den Sämling um zu bittrem Tod“

Ach, wie der Hörer Menge das berührte,
als Jesus sie ins Reich des Landbaus führte.

„Hört nun die Rettung aus prekärer Lage -
die frohe Botschaft von dem guten Land:
Ein Weizenkorn zum Glück, dass man nicht klage,

ging auf und brachte goldne Frucht zustand,
wird immer weiter reife Ähren tragen,
vier Äcker gibt es: Weg, Feld, Fels und Rand.

Wer Ohren hat, der höre auf mein Sagen!
Der Same nämlich, - das ist Gottes Wort.
Gestein jedoch wird niemals Ähren tragen

und was im Weg liegt - Satan reißt es fort.
Auch mag es zwischen Dornen nicht gedeihen,
verkümmern muss es unter ihnen dort -

das müssen wir bedauernd wohl verzeihen ...
Ihr Hörer aber auf dem guten Beet,
seid jene, die Aufmerksamkeit mir leihen!

Wer hört, vernimmt, behält es und versteht.
Und dann, aus einem feinen guten Herzen,
erwächst die Frucht. Geduldig im Gebet.

Es ist mir ernst. Ich täusche nicht mit Scherzen!"
Da jubeln sie ihm zu. Trotz aller Schmerzen.

Autor:

Matthias Schollmeyer

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