Freunde machen Lust auf Schule

Zusammenhalt: Freunde sind für Kinder ein großer Ansporn – auch in der Schule.
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Die Aussicht auf neue Freunde weckt nach Ansicht der Entwicklungspsychologin Maria von Salisch bei Kindern und Jugendlichen auch Lust auf den Schulbesuch.

Von Karen Miether
Alle wünschen sich Freunde und bangen, ob sie jemanden finden«, sagte die Professorin der Leuphana Universität Lüneburg. Für die Erstklässler sei es eine starke Motivation, endlich lernen und zu den »Großen« gehören zu dürfen. Bei älteren Kindern seien dagegen oft die Freunde der wichtigste Grund, um zur Schule zu gehen. »Da ist die Schule auch Kontaktbörse.«
In der ersten Klasse kämen manche Kinder erstmals mit vielen anderen zusammen, sagte Salisch. Verbindende Hobbys könnten dann Anlass sein, um Freundschaften zu schließen. »Alles, was gemeinsam stattfindet, hilft – das kann auch der gemeinsame Schulweg sein.« Die Eltern könnten ihre Kinder dabei unterstützen, auf andere zuzugehen. Sie könnten etwa fragen: Wer ist in deiner Klasse? Findest du sie nett? Willst du sie nicht fragen, ob sie Sonntag mit ins Schwimmbad kommt?
Auch die Lehrer könnten die Kinder einander näherbringen. Dazu könnten Kennlernspiele oder »Steckbriefe« mit Informationen über Hobbys und Interessen beitragen. In einer Schule hätten die Lehrer zum Beispiel ein Klassenlied komponiert und mit den Schülern vor den Eltern aufgeführt – für jedes Kind eine Strophe. »So erfahren auch die Eltern mehr über die anderen Kinder und Eltern«, erläuterte die Professorin. »Das hilft, Verabredungen zu treffen, zum Beispiel für den gemeinsamen Schulweg.«
Wenn Erstklässler sich vor der Schule bereits aus der Kita kennen, erleichtere das natürlich den Übergang. »Manchmal kommt da aber schon eine komplette Meute von der Kita in die Schule und für andere wird es dann schwer, sich da einzufinden.« Übergänge wie der Wechsel vom Kindergarten zur Schule böten aber immer neue Möglichkeiten auch für neue Freundschaften.
Salisch rät deshalb davon ab, sich beim Wechsel in die weiterführende Schule zu sehr daran zu orientieren, wohin die Freunde gehen. »Mit dem Jugendalter verlagern sich sowieso die Interessen. Dann ist der alte Fußballkumpel vielleicht nicht mehr so attraktiv«, sagt sie. »Diese Zeit ist voller Turbulenzen. Jeder stellt alte Freundschaften auf den Prüfstand und versucht, jemanden zu finden, der noch besser zu ihm passt.«(epd)

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