Spender gesucht für  Gemälde-Restaurierung
Rettet Agnes  und Georg!

Mit zwei Ausstattungsstücken hat es die verlässlich geöffnete Nienburger Schlosskirche in die »Straße der Romanik« geschafft.
Von 
Angela Stoye

Einem spätromanischen Schmuckfußboden, der um das Jahr 1200 auf dem Chorquadrat der damaligen Krypta »ausgelegt« wurde. Es handelt sich um Gipsestrich, in den Figuren, Ornamente und Schrift eingeritzt und dann mit farbigem Gips ausgefüllt wurden. Zweites Stück ist die gotische Monatssäule. Das im deutschsprachigen Raum einzigartige Stück zeigt Menschen mit Attributen auf die Tierkreiszeichen. Die Kirchengemeinde nutzt die im 19. Jahrhundert wiederentdeckte Säule heute als Osterleuchter.
Als das Nienburger Benediktinerkloster 1563 nach fast 600-jähriger Geschichte in die Hände der anhaltischen Fürsten kam, wurde die Kloster- zur Schlosskirche. Im Zuge der zweiten Reformation in Anhalt wurden auch hier Altäre und Bilder entfernt. Doch zwei Stücke, eines erhalten geblieben, eines später geschenkt, benötigen nun Hilfe.
Bei einem handelt es sich um das Epitaph für Fürstin Agnes, geborene Gräfin zu Barby (1540–1569). Lucas Cranach der Jüngere schuf es ein Jahr nach ihrem Tod. Es zeigt die fürstliche Familie, betend um das Kreuz Christi versammelt. Die großformatige Holztafel ist zwar noch relativ stabil, aber an der Malerei und am Schmuckrahmen von 1861 sind Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten erforderlich, die mit rund 30 000 Euro veranschlagt sind.
Das zweite Bild stammt aus dem 17. Jahrhundert, bezieht sich aber auf die anhaltische Reformationsgeschichte. Es ist eine Kopie des Epitaphs für den Reformationsfürsten Georg III. von Anhalt (1507–1553), das Fürst Joachim 1561 bei Lucas Cranach dem Jüngeren in Auftrag gab und das sich seit 1992 in der Dessauer Johanniskirche befindet. Das Bild zeigt Georg in einer Ölberg-
szene. Es ist in einem schlechteren Zustand als das Agnes-Epitaph. Es gibt Spannungen im Holz, die wohl die Folge unbeabsichtigter Fehler bei der Restaurierung im Jahr 1861 sind. Zudem wurde erst vor kurzem Befall durch Holzschädlinge festgestellt. Diese haben die »Schwalbenschwänze«, die die Bretter des Bildes zusammenhalten, zerstört. Es besteht die Gefahr, dass das Bild auseinanderbricht und die Malerei beschädigt wird. Für die Rettung des Gemäldes sind rund 45 000 Euro veranschlagt. »Die Gemeinde ist wirklich dringend auf Spenden angewiesen, um die Bilder retten zu können«, sagt Pfarrer Stephan Aniol. Wer dabei mithelfen will, wende sich an ihn. 
Kontakt zur Kirchengemeinde unter E-Mail: nienburg@kircheanhalt.de

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