Projekt: Anhalt und EKM-Kirchenkreis Egeln starten erste gemeinsame Lektorenausbildung
Mutige vor: Andrang an der Kanzel

Eine lange Grenze kann nicht nur trennen. Manchmal bringt sie auch einander näher. Zum Beispiel auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung von Lektoren. Wenn sich am 11. Januar im Gemeindehaus in Staßfurt-Leopoldshall Ehrenamtliche aus Gemeinden der Landeskirche Anhalts und des Kirchenkreises Egeln der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) treffen, ist das so ein Fall. Mit einem Abend über »Die schönen Gottesdienste des Herrn« startet der erste gemeinsame Aus- und Fortbildungskurs der oben genannten Partner, deren Gebiete zwischen Aken im Osten und Aschersleben im Westen nebeneinander liegen. In Staßfurt verläuft die Kirchengrenze durchs Stadtgebiet: Leopoldshall ist anhaltisch.
Kirchengrenzen überschreitend setzt sich auch das Team zusammen. Neben Christine Reizig, der Landespfarrerin für Gemeindeaufbau Anhalts, gehören die Förderstedter Pfarrerin Martina Grigutsch, der Hötenslebener Pfarrer Peter Mücksch sowie Jürgen Groth, Ehrenamtsbeauftragter des Kirchenkreises Egeln, zum Team der Referentinnen und Referenten. Die Planungen für das gemeinsame Projekt begannen vor etwa einem Jahr. Basis ist ein gemeinsames Ausbildungskonzept von Anhalt und EKM. Bis Juni stehen insgesamt sechs Ausbildungsmodule rund um Gottesdienst, Kirchenjahr, Bibelkunde oder die Predigt auf dem Programm. Auch das sichere Auftreten der Lektorin oder des Lektors wird geschult.
Zwar ist es nicht so, dass es keine Lektoren gäbe. Zudem verfügt der Kirchenkreis Egeln mit der Gemeindeagende seit Jahren über eine Anleitung zum Halten von Andachten oder Gottesdiensten durch Lektoren. Die Agende haben sich auch einzelne Gemeinden Anhalts angeschafft. »Aber«, sagt Jürgen Groth, »Lektorenkurse sollten trotzdem regelmäßig stattfinden, auch um Nachwuchs für dieses Ehrenamt zu gewinnen.« Die Resonanz hat ihn und Pfarrerin Reizig überrascht. »Mindestens fünf Teilnehmer müssen es sein, sonst ist ein Kurs nicht effektiv«, sagt sie. Zu der jetzt beginnenden Ausbildung haben sich insgesamt 22 Frauen und Männer aus Anhalt, dem Kirchenkreis Egeln und drei aus dem EKM-Kirchenkreis Halberstadt angemeldet. Manche wollen das ganze Programm, andere nur einzelne Module besuchen. »Fast die Hälfte der Interessenten sagte schon bei der Anmeldung, dass sie anschließend eine Beauftragung für dieses Amt wünschen«, freut sich Groth. Sein Kirchenkreis plant dafür einen Gottesdienst am Reformationstag. In Anhalt wird es Einführungsgottesdienste in den Gemeinden geben.
Die Ausbildung zum Lektor ist ebenso kostenlos wie das Unterrichtsmaterial. Auch Fahrtkosten werden erstattet. »Wer Lektor wird, bringt sich mit viel Zeit und auch Mut ein«, sagt Christine Reizig. »Denn es gehört wirklich Mut dazu, sich vor eine Gemeinde zu stellen und einen Gottesdienst zu halten.« In Anhalt gibt es etwa 90 Lektoren mit unterschiedlicher Aktivität. Das reicht von zwei Gottesdiensten im Jahr, die eine beruflich und familiär stark eingespannte Frau hält, bis zu Ehrenamtlichen, die vier Mal im Monat Gottesdienste, verteilt auf zwei Sonntage, halten. »Ehrenamtliche haben das Recht, den Grad ihres Engagements selber zu bestimmen«, betont die Landespfarrerin. Aber gut geplant, ist ihr Einsatz für die Gemeinden und die Pfarrer eine verlässliche Sache.
Angela Stoye

Wer Interesse an einzelnen Modulen hat, melde sich bei Jürgen Groth, Telefon (01 60) 5 81 60 19 oder E-Mail <juergen.grothkirchenkreis-egeln.de>

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